5. Fastensonntag
2015 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Bei der Vorbereitung auf eine gute Osterbeichte ist es gut dies anhand der Gebote zu tun. Heute wollen wir uns dem 6. Gebot näher widmen.

Das 6. Gebot lautet: Du sollst nicht ehebrechen. Bzw. Du sollst nichts Unkeusches tun.

Ich möchte 2 Beispiele aus dem AT bringen. Sie kennen sicherlich Josef, der von seinen Brüdern verkauft wurde und dann in Ägypten als Sklave im Dienst von Potifar war. Dessen Frau hat schon lange ein Auge auf ihn geworfen. Tag für Tag redete sie auf ihn ein. Am Schluss wird sie zudringlich. Und Josef? Gibt er der Lockung, der Versuchung nach? Nein, er widersteht und reißt sich los. Auch wenn er dafür unschuldig ins Gefängnis kommt.

Ein zweites Beispiel: Im Buch Daniel finden wir die ergreifende Geschichte von der keuschen Susanna. Die beiden Alten sehen das hübsche Mädchen beim Baden, und es entbrannte ihn ihnen die Begierde nach ihr und sie wollen mit ihr verkehren. Susanna ist in der fürchterlichsten Lage. Die beiden drohen, sie dem Tod zu überliefern, wenn sie ihnen nicht zu willen sei. Sie weiß, sie ist verloren, wenn sie „nein“ sagt. Und sie sagt „nein“! Sie widersteht, auch wenn es sie das Leben kosten sollte. Eine Sekunde des Überlegens, und dann spricht sie die herrlichen und entscheidenden Worte: „Lieber will ich in eure Hände fallen als sündigen vor dem Angesicht des Herrn.“

Die beiden Beispiele zeigen, dass immer wieder Gefahren lauern und dass es manchmal gar nicht so leicht ist, der Versuchung zu widerstehen. Doch mit der Gnade Gottes bleibt man Sieger. Der Ehebruch bleibt ein schweres Unrecht.

Jesus hat dieses 6. Gebot verstärkt und so wie beim 5. Gebot ebenfalls in der Bergpredigt einen Schutzwall rund herum gebaut mit den Worten: „Wer eine Frau lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.“

Damit sind die unkeuschen Gedanken gemeint, die er ebenfalls verurteilt. D.h. also, ich kann hier ebenfalls sündigen in Gedanken, Worten und Werken. War ich also unschamhaft im Denken, in meiner Phantasie, mit meinen Blicken? Habe ich fragwürdige Filme, Theaterstücke, Bilder, Zeitschriften, Internetseiten oder Computerspiele angeschaut?

Die nächste Stufe ist die Sünde mit Worten: Habe ich andere zu schlechten Gedanken verführt durch schlechte Reden? Habe ich zu schlechten Witzen gelacht oder sie sogar weitererzählt?

Die schlimmste Stufe ist immer die der Tat. War ich unkeusch im Tun allein, die Selbstbefriedigung, mit anderen, Petting? Habe ich künstliche Verhütungsmittel genommen, Pille, Spirale, Sterilisation? Habe ich gesündigt durch vorehelichen Verkehr? Habe ich Ehebruch begangen?

Wer den Schutzwall um das 6. Gebot nicht ernst nimmt, der hat dann oftmals wenig Probleme mit der schweren Sünde in diesem Gebot.

Auch Eltern haben die schwere Aufgabe in der heutigen Zeit, den Kindern die Liebe zur Reinheit und die Ehrfurcht vor dem Leib zu wecken. Die Kinder zu reifen und opferbereiten Charakteren zu erziehen. Es wäre wichtig, in der Familie eine für die Keuschheit gedeihliche Atmosphäre zu schaffen!

Der Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes!

Wir müssen in unserer Gesellschaft gegen den Trend schwimmen. Manchmal werden wir lächerlich gemacht. Das müssen wir aushalten lernen. Üben wir uns in der Tugend der Schamhaftigkeit und Keuschheit! Haben wir keine Angst, Verfehlungen diesbezüglich in der Beichte zu bekennen! Holen wir uns dadurch die Kraft, besser zu werden, die schlechte Neigung zu überwinden!

Denn Jesus sagt: „Selig, die reinen Herzens sind, ihnen gehört das Himmelreich!“ Amen.

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