Christi Himmelfahrt
2015 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Vor ein paar Jahren hat mich mein Bruder mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Kindern besucht. Sie sind aber nicht mit dem Auto, sondern mit dem Zug gekommen. Ich habe sie am Bahnhof abgeholt. Als sie ausstiegen, war ich dann doch ein bisschen überrascht, was da alles mitgeschleppt wurde. Als Pfarrer hat man ja keine Ahnung, wie viele Dinge man mit Kindern für ein paar Tage braucht: Rucksäcke, Taschen, Roller,…

Wenn ich verreise, muss ich genau planen, was ich mitnehmen muss und was ich nicht vergessen darf.

Wir feiern heute Christi Himmelfahrt. Jesus verreist auch. Jesus geht auf den Berg und nimmt Abschied von seinen Jüngern. Diesmal schwebt er nach oben und als ihn eine Wolke verdeckte, war er für immer verschwunden. Den Aposteln war bewusst, dass die Erscheinungen des Auferstandenen damit aufhören.

Jesus hat allerdings keine Tasche mitgenommen. Er hatte keinen Rucksack auf dem Rücken, keinen Koffer und sonst auch nichts dabei, das er in den Händen hielt. Es ist für uns selbstverständlich, dass Jesus nichts mitnimmt, denn im Himmel braucht man all die irdischen Dinge nicht mehr.

Wir selber können auch nichts mitnehmen in die Ewigkeit. Das Leichentuch hat keine Taschen. Und doch wird und wurde manchmal etwas mitgegeben. Schon bei den Ägyptern waren Grabbeigaben üblich. Der Glaube an ein Leben danach war damals schon in den Menschen verwurzelt, doch stellte man sich das alles viel zu irdisch vor. Wir brauchen solche materiellen Dinge nicht ins Grab legen. In der Ewigkeit können wir das nicht verwenden. Im Himmel finden wir höchstens das wieder, was wir hier auf Erden verschenkt haben. Unser Geld und unseren Besitz erben die Verwandten.

Das ist also der große Unterschied: Wenn wir hier auf Erden wegfahren, nehmen wir etwas mit und wir werden wieder zurückkehren. Jesus nimmt nichts mit, weil er nicht mehr zurückkommt. 40 Tage ist er den Jüngern immer wieder erschienen und hat bewiesen, dass er wirklich von den Toten auferstanden ist und dass er lebt.

Doch so ganz richtig ist die Aussage gar nicht, dass er nicht zurückkommt. Er wird wiederkommen: am Ende der Zeiten. Wir beten es in der hl. Messe. „Bis du kommst in Herrlichkeit.“ Und spätestens da wird er auch alle von uns abholen.

Wichtig ist, dass wir für diesen Augenblick vorbereitet sind. Wir müssen hier aber nicht den Koffer gepackt haben, sondern die Seele muss vorbereitet sein. Das ist das Entscheidende und das ist auch die Botschaft von Christi Himmelfahrt. Es ist die Botschaft der Engel, der Männer in weißen Gewändern, die sagten: So wie er in den Himmel aufgenommen wurde, ebenso wird er wiederkommen. Dann wollen wir vorbereitet sein! Aber nicht mit einem Koffer mit Ersatzwäsche, sondern mit einem reinen und sehnsuchtsvollen Herzen, denn nur dann wird er uns die Wohnungen zeigen, die er für uns bereitet hat. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email