20. Sonntag im Jahreskreis
2015 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch.“ Es gibt über die selige Jacinta, dem Seherkind von Fatima, eine schöne Überlieferung.

Die drei Hirtenkinder wurden ja auf die Erscheinung der Gottesmutter ein Jahr vorher durch einen Engel vorbereitet. Bei der 3. Erscheinung im Herbst 1916 kam der Engel mit der heiligsten Eucharistie. Lucia durfte den Leib Christi empfangen – sie hatte bereits Erstkommunion - und die beiden anderen das kostbare Blut. Lucia erklärte ihnen nachher, was sie empfangen haben.

Jacinta nun hatte seither eine große Sehnsucht nach der heiligen Kommunion. Ihr Glaube an dieses Geheimnis war ganz tief in ihrem Herzen verankert. Einmal an einem Fronleichnamstag hatte man zu ihr gesagt, sie dürfe bei der Prozession mitgehen und für Jesus Blumen streuen. Während der ganzen Prozession aber streute sie keine einzige Blume. Man fragte sie nachher: „Warum hast du denn für den lieben Heiland keine Blume gestreut?“ Da antwortete sie: „Weil ich ihn nicht gesehen habe.“ Sie habe nur Brot gesehen. Hierauf erklärte man ihr, dass er in der heiligen Hostie verborgen ist. Seither war für sie in der heiligen Hostie der verborgene Jesus. So hat sie öfter Lucia nach der Messe gefragt: „Hast du kommuniziert?“ Wenn Luci bejahte, sagte sie: „Dann komm ganz nahe an mein Herz, damit der verborgene Jesus auch ganz nahe bei mir ist.“

Jesus verbirgt sich in der heiligen Hostie, und wir wollen trotzdem zu ihm kommen, ihn dort suchen und an ihn glauben.

Auch vom heiligen Pfarrer von Ars ist uns folgendes überliefert. Er hat sich oft vor der Wandlung beeilt, damit Jesus bald gegenwärtig wird und nach der Wandlung, wenn Jesus anwesend ist, dann hat er sich Zeit gelassen.

Nach der Wandlung, wenn er die heilige Hostie in seinen Händen hielt, hat er folgendes gedacht. „Wenn ich wüsste, dass ich verdammt werde, würde ich dich nicht mehr auslassen, dann musst du, Jesus, mit mir in die Hölle mitkommen und dann ist es nicht mehr die Hölle, denn wenn du bei mir bist, dann ist es wirklich nicht mehr die Hölle.“ Wie groß war doch der Glaube von diesen Heiligen an die Gegenwart Jesu im Allerheiligsten Sakrament.

Auch wir wollen fest daran glauben, dass er wirklich gegenwärtig ist in diesem Brot. Er ist gegenwärtig mit Leib und Blut.

Noch ein Gedanke: Wir kennen alle von Karl May die Blutsbruderschaft Winnetou mit Old Shatterhand.

So könnten wir diesen Gedanken bei der Kommunion durchaus haben. Jesu Blut in meinem Blut. Die Kommunion ist diese Blutsbruderschaft, die Verbindung mit Gott, eine tiefe Vereinigung, die wir immer wieder anstreben wollen. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email