21. Sonntag im Jahreskreis
2015 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Ein Pfarrer und ein Rabbiner, die gemeinsam auf einer Konferenz sind, müssen sich dort ein Schlafzimmer teilen. Beim Frühstück am nächsten Morgen sagt der Pfarrer: "Mein lieber Rabbi, hoffentlich habe ich Sie gestern Abend beim Einschlafen nicht gestört, weil ich das Licht so lange brennen ließ." –
"Halb so schlimm, das habe ich kaum bemerkt", antwortet der Rabbi. Der Pfarrer erzählt ihm daraufhin: "Ach, wissen Sie, wenn ich am Abend nicht eine halbe Stunde Gottes Wort gelesen habe, kann ich nicht in Ruhe einschlafen." - "Das ist ja merkwürdig", entgegnet der Rabbiner, "bei mir ist es genau umgekehrt: Wenn ich am Abend eine halbe Stunde Gottes Wort lese, kann ich nicht mehr ruhig schlafen!"

Die Heilige Schrift ist das Wort Gottes. Es ist Frohbotschaft und der Pfarrer schöpft seine Kraft daraus. Er liest jeden Tag darin. Er braucht dies für sein geistliches Leben. Es gibt Trost und Zuversicht.

Der Rabbi hat sicherlich in gewisser Hinsicht auch Recht. Es gibt in der Heiligen Schrift sicherlich Stellen, die einen beunruhigen. Die heutige Perikope könnte so eine Stelle sein. „Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?“ Und sie nahmen Anstoß an ihn. Diese Rede über sein Fleisch, das er uns geben möchte, ist auf alle Fälle etwas, was nicht leicht anzunehmen ist. Es ist sozusagen ein harter Brocken, der uns im Hals stecken bleiben kann.

Drei Schlüsselwörter sind hier wichtig: 1. Entscheidung. 2. Geheimnis und 3. Bekenntnis.

  1. Entscheidung. Die Menschen mussten sich damals entscheiden, ob sie Jesus glauben oder nicht, ob sie weiterhin mit ihm gehen oder nicht, ob sie diese Worte annehmen oder nicht. Jesus drängt selber sogar hin zu dieser Entscheidung, wenn er sie dazu aufruft. „Wollt auch ihr gehen?“ Ja, wir müssen uns auch entscheiden: für oder gegen Jesus. Diese Entscheidung ist notwendig. Sie verlangt von uns den Glauben: den Glauben an ein tiefes Geheimnis.
  2. Das ist das Zweite. Diese Botschaft Jesu ist nicht ganz mit dem Denken zu durchdringen. Es ist ein Geheimnis. Mit unserem Verstand werden wir das nicht ganz fassen können. Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben und wie kann er uns sein Blut zu trinken geben? Das ist schwer zu verdauen. Und doch ist es etwas ganz Großes. Die heilige Messe, die wir feiern und dann die heilige Kommunion, die wir empfangen dürfen, ist die Verbindung mit dem ewigen Gott. Wer dies glauben kann, kann nur anbetend danken.
  3.  Das Dritte ist das Bekenntnis. Petrus ist der, der antwortet. Allen anderen waren sprachlos. Sie schwiegen und wussten nicht, was sie sagen sollten. Simon Petrus rettet sich mit einem Wort des Vertrauens. „Du hast Worte des ewigen Lebens.“ Und er bekennt zugleich, für wen er Jesus hält. „Du bist der Heilige Gottes.“ An einer anderen Stelle sagte er es noch deutlicher: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes. Weil Petrus dieses Bekenntnis ablegt, wird er auch zum Stellvertreter ernannt: Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.

Es war nun heute der Abschluss der Eucharistierede. Auf vier Teile aufgeteilt hörten wir nun jeden Sonntag einen Teil dieser wichtigen Rede. Die Kirche möchte damit hinweisen, dass es ein entscheidender Text ist, in dem viel drin steckt. Er hat wirklich schon zu Spaltung geführt. Er ist aber, wie gesagt, nur wörtlich zu verstehen und jeder der daran rüttelt, zu dem wird Jesus sagen. Willst auch du gehen?

Antworten wir so wie Petrus! Vertrauen wir Jesus! Er hat die Eucharistie eingesetzt, um auf diese Weise bei uns zu sein: Uns zum Heil, uns zur Rettung. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email