25. Sonntag im Jahreskreis
2015 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Wer der Erste sein will, soll der Diener aller sein.“ Es ist ja allzu menschlich, wenn wir hören, dass die Apostel darüber reden, wer der Erste unter ihnen ist. Wer ist der Stärkste? Wer ist der Wichtigste? Wer ist der Chef? Wer kommt gleich nach Jesus?

Wir finden überall in unserer Gesellschaft diese Rang- und Hackordnung. Im Beruf wird immer wieder versucht, den anderen niederzumachen, um besser da zu stehen, um nach oben zu streben, um Karriere zu machen. Bei den Kindern in der Familie gibt es diesen Kampf. Wer ist der Stärkere, wer ist der Liebling bei den Eltern, wer darf das und jenes machen? Unter Freunden gibt es ebenfalls diesen Kampf. Wer ist der Bessere? Wer hat die Vorrangstellung? Wer gibt die Richtung an, wo man hingeht? Schauen wir uns nur den Wahlkampf in der Politik an. Auch hier will natürlich jeder der Erste sein. Jede Partei will möglichst viele Stimmen und am liebsten den Bundeskanzler stellen.

Und was ist die Antwort Jesu? „Wer der Erste sein will, soll der Diener aller sein.“

Dienen sollen wir! Jedem dienen! Wie schrecklich! Keine Macht ausüben können! Der Diener hat keine Rechte und muss nur gehorchen. Meint das Jesus ernst?

Und ob er das ernst meint! Ich sage noch dazu: Haltet euch daran und ihr werdet wirklich glücklich!

Es lohnt sich, sich auf die Botschaft Jesu einzulassen. Es lohnt sich, Diener zu sein. Es lohnt sich, in die Sonntagsmesse zu gehen. Es lohnt sich zu beten. Es lohnt sich, mit Gott in Verbindung zu bleiben. Es lohnt sich, die Gebote Jesu umzusetzen.

Wer wirklich Diener aller ist, wird belohnt in der Ewigkeit. Jesus selbst hat es uns vorgelebt. Im Abendmahlssaal hat er sich erniedrigt und ihnen die Füße gewaschen. Einen Sklavendienst hat er ausgeübt, um ihnen ein Beispiel zu geben. Es ist unglaublich und nicht zu fassen. Daher ist es durchaus auch verständlich, dass Petrus sich momentan weigert. Er hat aber wie so oft nicht richtig hingehört, Jesu Worte zu wenig verinnerlicht und ihn nicht wirklich verstanden. Vielleicht war sogar Petrus bei diesem Gespräch der Wortführer, der sich sogar auf Jesus berufen konnte, der Erste zu sein. Ihm wurde ja versprochen der Fels zu sein. „Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“, hat Jesus zu ihm gesagt. Es ist zwar im heutigen Evangelium nicht von Petrus die Rede, aber er muss sich als erster angesprochen gefühlt haben. Jesus hat ihn ja auserwählt. Du wirst einmal mein Nachfolger. Du wirst meine Herde leiten und du sollst das als Erster verwirklichen und Diener aller sein. Das heißt „demütig sein“. Das heißt sich besonders vor Gott immer wieder klein machen, sich selbst zurücknehmen und dadurch die Kirche führen.

„Wer der Erste sein will, soll der Diener aller sein.“ Wer will nicht der Erste sein! Daher nehmen wir das Wort Jesu ernst und handeln wir danach! Streben wir danach der Erste im Himmelreich zu sein! Das sind andere Kategorien. Da können eventuell die Ersten die Letzten sein. Zumindest die Ersten, die das Jesuswort nicht ernst genommen haben und in einer Art und Weise Erster wurden, wie Jesus es nicht gewollt hat; nämlich mit Tricks, mit Gewalt und mit Macht.

Es lohnt sich also Erster im Himmelreich zu sein. Wir werden dort Erster sein, wenn wir hier auf Erden auch das Diener-sein gelernt haben. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email