27. Sonntag im Jahreskreis
2015 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Für feiern heute Erntedank. Jedes Jahr im Herbst erinnern wir uns, dass die Natur eine Schöpfung Gottes ist, dass das Wetter von Gott abhängig ist, dass Gott den Regen und den Sonnschein gibt. Und heute der 4.10. passt sehr gut dazu, denn es ist der Gedenktag des hl. Franziskus, der uns durch seine besondere Naturverbundenheit bekannt ist. Der Heilige Vater hat sich nach diesem Heiligen benannt.

Die Liebe des Franz von Assisi zur Schöpfung zeigt sich z.B. in seinem berühmten Sonnengesang. Er glaubt an den Vater, der eben zugleich Schöpfer ist. Von diesem Glauben her sieht er in allen lebenden Wesen und in allem, was erschaffen ist, lauter Brüder und Schwestern. So einen Lobgesang gibt es ja auch bereits im AT, wenn die drei Jünglinge im Feuerofen alle Werke des Herrn loben: Lobt den Herrn ihr Engel des Herrn, alle Gewässer, Sonne und Mond, Regen und Tau, Feuer und Hitze usw. Sie loben Gott, ihren Schöpfer, der sie vor dem Feuer bewahrt. Im Breviergebet wird Franz über diesen Hymnus öfter meditiert haben. Besonders am Ende seines Leben, als er an einer immer schwerer werdenden Augenkrankheit litt. Die Ärzte wollten diese Augenschwäche verbessern, indem sie ihm glühendem Eisen auflegten. Sie können sich die Schmerzen vorstellen. Franziskus betete zum Bruder Feuer, es möge ihm möglichst keine Schmerzen zufügen. Alle ärztlichen Bemühungen aber halfen nichts. Er ist kurz vor seinem Tode fast ganz blind.

Seine berühmte Predigt an die Vögel ist von diesem Grundgedanken des Lobes durchdrungen: die Vögel sind verpflichtet ihren guten Schöpfer, der so gut für sie gesorgt hat, zu loben und zu preisen. Es ist für alle Wesen ein großes Glück, zu existieren, und dafür dem Vater zu danken.

Seine Tierliebe wird in einem Buch folgendermaßen ausgedrückt. „Zärtlich beugte er sich über die Jungen „unsere Brüder der Rotkehlchen“ in Greccio, und in Siena baute er den Turteltauben ein Nest. Wenn er Regenwürmer am Wege liegen und sich hilflos krümmen sah, dann hob er sie auf und trug sie beiseite, damit sie nicht totgetreten würden. Im Winter setzt er den Bienen Honig in ihre Körbe.“ Man kann schmunzeln, man kann aber auch nachdenklich werden und Gott ein bisschen öfter über die schöne Schöpfung danken.

Im Evangelium hörten wir von den 10 Aussätzigen. Auch bei Franziskus spielen die Aussätzigen eine wesentliche Rolle.

Er hat nun wirklich hier große Selbstüberwindung geübt. Als Franziskus Aussätzigen begegnete, merkte er wie ihm davon ekelte. Darauf ging zu diesem Kranken hin, legte seine Gabe in die halb zerfressene Hand, bückte sich dann rasch und küsste den Hals von Übelkeit erfüllt und die kranken, von Wunden und Geschwüren übersäten Finger. Als er aber wieder auf seinem Pferd saß, strömte Glück und Freude in seine Seele. Er war von nun an Herr über sich selbst.

Immer wieder und auch am Ende seines Lebens ist es nochmals bezeugt, dass er sich den Aussätzigen widmete. Es wird auch von einem Wunder berichtet, als er sich einem Aussätzigen widmete, der ihn und seine Mitbrüder auf das heftigste beschimpfte, und während er ihn wusch, wurde dieser geheilt, und er bekehrte sich auch.

Bei den 10 Aussätzigen waren auch leider 9 darunter, die es nicht wert fanden zu Jesus zurückzukehren und ihm zu danken. Sie haben ihn zwar nicht beschimpft, aber doch wäre es angebracht gewesen zumindest für diese Heilung Dank zu sagen.

Erntedank erinnert uns ans danken. Franziskus war ein dankerfüllter Mensch. Er spürte, dass wir für die Schöpfung und für alles, was Gott uns geschenkt hat immer nur mit dankbaren Herzen gegenübertreten dürfen. So wollen auch wir das Danken in unserem Alltag nicht vergessen. Amen.

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