33. Sonntag im Jahreskreis
2015 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Heute ist in der Diözese Sankt Pölten das Hochfest des heiligen Leopold, des Landespatrons. Am Mittwoch war das Fest des hl. Martin. Zwei recht unterschiedliche Heilige! Was verbindet diese beiden Heiligen? Gibt es Gemeinsamkeiten?

Beim ersten Hinschauen werden wir wenig Übereinstimmungen feststellen außer, dass es beide heilige Männer sind.

Der eine war ein Soldat, ein Diener, der andere war ein Herrscher, ein Markgraf. Der eine war dafür dann ein Bischof, der andere ein Laie. Martin lebte im 4. Jahrhundert, also sehr früh. Leopold im 11. Jahrhundert, 700 Jahre später. Der ein wurde in Ungarn geboren, der andere in Niederösterreich. Markgraf Leopold gründete als Laie 3 Klöster. Martin blieb, obwohl er Bischof wurde, trotzdem Mönch und gründete das erste Kloster des Abendlandes überhaupt.

Viele Unterschiede also im Leben dieser beiden Heiligen und trotzdem gibt es neben den vielen Tugenden, in denen sich beide übten und deshalb von der Kirche als heilig verehrt werden, einen Punkt, der beiden ein großes Anliegen war und das ist die Friedensliebe.

Der heilige Leopold ist bekannt für seine Friedensliebe in seinem Reich. Er hat nie einen Angriffskrieg geführt. Er hat den Bürgerkrieg im eigenen Land verhindert. Seine Politik war eine Heiratspolitik. „Andere mögen Kriege führen – Tu felix Austria nube – du glückliches Österreich, heirate.“ Er hat nur zwei Kriege geführt und beides waren Verteidigungskriege.

Martin ist auch für den Frieden eingetreten. Ursprünglich war er als Soldat im römischen Heer im Einsatz. Doch sehr bald konnte er dies nicht mehr mit seinem Glauben vereinbaren. Einmal als der Kaiser gegen die Germanen in den Krieg ziehen wollte und jedem viel Geld anbot, lehnte Martin ab. Als er als Feigling beschimpft wird, verspricht er dem Kaiser ohne Helm und Schwert am kommenden Tag an vorderster Front zu stehen. Das Überraschende war, dass der Feind plötzlich Gesandte schickte, und über Nacht ein Friedensangebot machte, sodass es nicht zu einem Kampf kam.

Es gibt nicht nur den Frieden zwischen Menschen und Völkern, sondern wichtiger noch ist der Friede mit Gott, der Friede im eigenen Herzen.

Diesen Frieden im Herzen hat der heilige Martin gefunden, indem er Gutes dem Anderen getan hat. Die Mantelteilung mit dem Bettler hat ihn berühmt gemacht. Das Geben für einen Armen ist heute ebenfalls noch wichtig zu erwähnen, denn die Kirche begeht drittens auch noch den Caritassonntag, den Sonntag mit der Elisabethsammlung. Die heilige Elisabeth steht wie der hl. Martin für das Geben. Sie hatte ein großes Herz für die Armen. So wollen wir die heutige Sammlung für die Armen verwenden.

Mit der heiligen Elisabeth stehen also drei Heilige im Mittelpunkt. Neben dem heiligen Leopold und dem heiligen Martin möchte ich auch auf diese heilige Frau der Nächstenliebe noch hinweisen, die dann nach dem Tod ihres Mannes alle hinter sich gelassen hat und ihr kurzes Leben für die Armen und Kranken eingesetzt hat.

Bitten wir diese drei Heiligen heute um ihre Fürsprache bei Gott. Sie mögen uns anspornen im Guten, den Einsatz um den Frieden, um den Frieden in der Gesellschaft, den Frieden im eigenen Herzen mit Gott und um ein Herz für den Nächsten, dass wir die Armen, die es auch die uns gibt, nicht vergessen. Amen.

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