5. Sonntag im Jahreskreis
2015 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Im heutigen Evangelium wird sehr schön der Auftrag Jesu deutlich. Wir sehen den Grund, warum er auf die Erde kam und was seine Sendung vom Vater ist. Es ist nämlich ein Dreifaches: Wir sehen den heilenden Jesus, den betenden Jesus und den predigenden Jesus. Jesus heilt die Schwiegermutter des Petrus. Er zieht sich zurück zum Gebet. Und er geht in die benachbarten Dörfer, um zu predigen!

Diese drei Tätigkeiten sind vielleicht vergleichbar mit der Aufgabe des Priesters. Versuchen wir sie gegenüberzustellen. Die Kirche spricht hier von einem dreifachen Amt des Priesters, über das ich heute etwas sagen möchte: das Hirtenamt, das Priesteramt und das Lehramt.

Der Priester muss das Hirtenamt ausüben. Was hat das mit dem heilenden Jesus zu tun? Jesus selbst bringt das Beispiel vom guten Hirten, der dem verlorenen Schaf nachgeht. Jeder Seelsorger muss den Menschen, der im Gestrüpp verfangen ist, der sich von Gott entfernt hat, nachgehen und befreien. Er muss versuchen, ihn wieder zurückzugewinnen. Er soll ihn von der Sünde zu heilen. Der Priester hat die Möglichkeit mit den Heilungssakramenten. Er kann mit der heiligen Beichte und der Krankensalbung die Leute befreien und heilen. Jesus ging in das Haus des Petrus und heilte die Schwiegermutter. Auch wenn dem Priester nicht unbedingt die körperliche Heilung möglich ist, so dürfen wir die seelischen Heilungsmöglichkeiten nicht übersehen. Er bekam diese Vollmacht von Jesus: „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben.“

Neben dem Hirtenamt ist das Priesteramt wichtig. Der Priester muss ein betender Mann sein. So wie Jesus sich immer wieder zum Gebet zurückgezogen hat, so ist dies eine ganz wichtige Aufgabe des Priesters. Er muss ein betender Mensch sein. Er soll sich einerseits immer wieder im Gebet die Kraft für den Alltag holen, denn ohne das persönliche Gebet wird seine Arbeit keinen Erfolg haben. Andererseits ist es die Aufgabe des Priesters auch stellvertretend für das gläubige Volk zu beten und für Gott einzutreten. Jeder Gläubige hat seinen Beruf, dem er nachgeht. Der Priester hat als Beruf nicht nur die Seelsorge, das Hirtenamt, sondern auch das Priesteramt, das auch heißt, zu beten. Ich bete stellvertretend auch für die anderen, die eben andere Aufgaben haben und nicht so viel Zeit haben, um zu beten. Auch die hl. Messe ist Gebet und gehört zum Priesteramt.

Der dritte Punkt ist dann der predigende Jesus. Die Verkündigung des Wortes Gottes ist ein wesentlicher Auftrag an den Priester. Es ist das Lehramt des Priesters. Jeden Sonntag predigt er. Aber der Priester predigt auch durch sein Leben, durch seine Taten und durch seine Priesterkleidung. „Der Glaube kommt vom Hören“, sagt der hl. Paulus. Also muss die Botschaft Christi weitergesagt werden! Schweigen ist hier nicht angebracht.

Das sind also die Aufgaben, die Jesus vom Vater aufgetragen bekommen hat: zu heilen, zu beten und zu verkünden. Es ist auch die Aufgabe des Priesters. Zu heilen, was verwundet ist, das stellvertretende Gebet und die Verkündigung der frohen Botschaft. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email