6. Sonntag im Jahreskreis
2015 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde!“, sagte der Aussätzige zu Jesus und Jesus heilte ihn. Über diesen einen Satz möchte ich ihnen ein paar Gedanken mitgeben. Es ist ein ganz wichtiger Satz. „Wenn du willst…“ Der kranke Mann weiß um die Macht Jesu. Er weist hin, dass Jesus, wenn er will, ihn heilen kann. Er ordnet sich damit auch dem Willen Jesu, dem Willen Gottes unter. Wir beten im Vater unser immer „dein Wille geschehe“. Nicht mein Wille soll geschehen. Wie oft machen wir es falsch und beten und klagen: Warum hast du dies und jenes zugelassen? Überlassen wir in unseren Gebeten unseren Willen dem lieben Gott? Allerdings, das wissen wir alle, ist es leicht, zu sagen „Dein Wille geschehe“, wenn es einem gut geht, aber wenn wir krank sind, zu sagen: „Dein Wille geschehe“, dann wird es schon schwer und daher ist es etwas Großes, wenn der Aussätzige in dieser Form bittet. Er hat nicht gesagt: „Ich möchte wieder gesund werden“, sondern er sagt: „Wenn du willst,…“

Wir dürfen also sehr wohl unsere Bitten an Gott richten, aber immer mit der Klammer: wenn es aber nicht dein Wille ist, dann ist es auch recht, dann füge ich mich, dann nehme ich es an und vertraue, dass damit alles recht wird. Bzw. es ist gut so, wie es geschieht, denn es ist der Wille Gottes!

So wie Jesus am Ölberg sich durchgerungen hat und zum Vater gefleht und gebetet hat. „Lass diesen Kelch an mir vorübergehen, aber nicht mein, sondern dein Wille geschehe“, so soll dies ein Vorbild für unsere Gebete sein. Wir ordnen uns damit dem Willen Gottes unter.

Das Lieblingsgebet von Pater Rupert Mayer lautet: Herr, wie Du willst, soll mir gescheh'n und wie Du willst, so will ich geh'n; hilf Deinen Willen nur versteh'n!

Haben wir ein großes Gottvertrauen, dass er es mit uns gut meint, dass sein Wille uns heilig ist! Grundsätzlich wissen wir, dass Gott will, dass alle Menschen in den Himmel kommen. Das ist der Heilswille Gottes. Was aber konkret der Wille Gottes hier auf Erden ist, das wissen wir nicht.

Eine kranke Ordensfrau wurde von einer Mitschwester einmal gefragt: „Schwester, möchten Sie nochmals gesund werden?“ Die Kranke antwortet: „Immer das Höchste! Immer das Höchste!“ Die andere fragte: „Was ist das Höchste, Schwester?“ Und sie erhielt zur Antwort: „Der heiligste Wille Gottes.“ Ein wichtiger Grundsatz sollte eigentlich sein: „Ob uns etwas schwer oder leicht fällt, angenehm oder unangenehm ist, darauf kommt es nicht an; ist es der Wille Gottes, so muss es geschehen.“

So wollen wir doch vielleicht wieder öfter uns die Frage im Alltag stellen. Was ist der Wille Gottes? „Wenn du willst, dann kannst du machen, dass ich rein werde.“ Und eines will Gott auf alle Fälle: dass wir rein und heilig in der Seele werden. Das ist der Wille Gottes konkret. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email