Karfreitag
2015 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Betrachten sie mit mir heute kurz die 7 Worte Jesu am Kreuz.

  1. Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
  2. Heute noch wirst du bei mir im Paradies sein.
  3. Frau, siehe dein Sohn. Siehe deine Mutter.
  4. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen.
  5. Mich dürstet.
  6. Es ist vollbracht.
  7. Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.

1. „Vater verzeih ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“ Es erinnert an Stephanus, den ersten Märtyrer, der ebenfalls bei der Steinigung vor seinem Tod für seine Feinde gebetet hat: Herr, rechne ihnen diese Schuld nicht an. Diese Vergebungsbereitschaft müssen auch wir haben. Das Bitten für andere ist wichtig. Wir wollen den Herrn bitten, dass er uns dazu auch die Kraft gibt, dass wir denen vergeben können, die uns Böses tun. Im Vaterunser beten wir es auch immer wieder, leider oft ohne Gedanken: Vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Vielleicht gelingt es uns auch manchmal bewusst zu beten.

2. „Heute noch, wirst du bei mir im Paradiese sein.“ Das sind die Trostworte an den rechten Schächer. Es ist auch ein großes Trostwort an uns. Es gibt den Himmel, die ewige Glückseligkeit, zu der wir berufen sind. Und es gibt Verzeihung. Und zwar in der letzten Stunde noch. Es ist nie zu spät, wenn wir bereuen, wenn wir bei Gott anklopfen und wenn uns unsere Sünden leidtun. Dieser rechte Schächer ist eigentlich der erste Heilige. Ihm ist der Himmel versprochen. Er ist von Jesus selbst heiliggesprochen worden.

3. „Frau siehe dein Sohn.“ Maria ist unsere Mutter. Er schenkt sie uns. Wir haben eine Mutter im Himmel, zu der wir immer kommen können. Sie selbst hat den Auftrag von Jesus bekommen, auch für uns zu sorgen. Wir sind ihre Kinder. Frau, siehe dein Sohn. Maria nimmt das ernst und sie wird keinen abweisen, der zu ihr Zuflucht nimmt.

4. „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen.“ Es ist dies eines der geheimnisvollsten Aussagen Jesu. Wie kann Gott von Gott verlassen sein? Es ist das größte Geheimnis am Kreuz. Er durchleidet die Gottverlassenheit. Jeder Mensch, der ähnliches spürt hier auf Erden und meint, Gott ist sehr weit weg, darf zum Kreuz aufschauen und diesen Schrei Jesu betrachten. Warum hast du mich verlassen? Jesus kennt also unsere Not. Er hat es selbst durchgemacht, um uns besser verstehen zu können, und um uns Trost zu spenden. Wer in seiner Not zum Kreuz aufschaut, wird diesen Trost sicher spüren.

5. „Mich dürstet.“ Ein Schwamm mit Essig löscht nicht seinen Durst. Im übertragenen Sinn meint er auch nicht Wasser, sondern ihn dürstet nach unseren Sünden. Er möchte alle an sich ziehen. Er möchte alle Sünden auslöschen. Er möchte uns erlösen und uns den Himmel öffnen. Das ist zugleich das Anliegen des 6. Satzes.

6. „Es ist vollbracht.“ Deswegen ist er auf die Erde gekommen, um uns von unseren Sünden zu erlösen. Das Werk ist vollbracht. Der Wille des Vaters erfüllt. Wir sollen dies immer dankbar in unserem Herzen erwägen.

7. „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ Auch wir wollen immer alles in die Hände Gottes legen. Einmal müssen wir ihm alles zurückgeben. Unser Leben ist ein Geschenk Gottes. Wir leben nicht ewig hier auf Erden. Leben wir so, dass wir sagen können am Ende. In deine Hände lege ich meinen Geist. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email