5. Ostersonntag
2015 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Der Vater ist der Winzer, der die Reben reinigt, damit sie Frucht bringen. Wer keine Frucht bringt, wird ins Feuer geworfen und verbrennt.“

Was hat dieses Evangelium mit der Feuerwehr zu tun? Mir sind da schon ein paar Vergleiche gekommen.

Zuerst einmal: Wenn der Rebzweig am Weinstock ist, dann bekommt er von ihm die notwendigen Mineralien und das wichtige Wasser. Wasser verwendet die Feuerwehr zum Brand löschen. Manchmal braucht man aber auch Wasser zum Gießen. Da darf nicht zu viel und nicht zu wenig Wasser verwendet werden. Ich gebe zu, es ist vielleicht ein bisschen weit hergeholt: Die Feuerwehr verwendet das Wasser ja nicht sehr oft oder eben gar nicht zum Gießen, sondern zum Löschen. Nicht selten hat die Feuerwehr auch schon geholfen, wenn zu viel Wasser kam, bei Überschwemmungen und Hochwasser. Nun kommt aber noch der bessere Vergleich:

Die Rebe, die keine Frucht bringt, (haben wir im Evangelium gehört) wirft man ins Feuer. Kann man dieses Feuer mit der Feuerwehr löschen?

Dieses Feuer ist ein eigenartiges Feuer, das nicht gelöscht werden kann. Wenn wir manchmal das Fegefeuer uns so vorstellen, oder auch das Feuer der Hölle, dann ist das ein Bild für die Schmerzen, die die Menschen dort empfinden werden. Wer einen Finger ins Feuer hebt, der spürt, dass es weh tut. Und so ist das mit der Seele, die noch im Fegefeuer wartet. Sie spürt Schmerzen vor lauter Heimweh nach Gott. Die Seele in der Hölle muss noch viel mehr leiden. Dieses Feuer tut noch viel mehr weh. Es sind dies ganz unvorstellbare Qualen. Beide Feuer kann die Feuerwehr nicht löschen. Beide Male ist es kein Feuer, so wie hier auf Erden. Beide Male ist es ein geistiges Feuer.

Es gibt dann noch ein Feuer, das die Feuerwehr nicht löschen kann und das ist das Feuer des Heiligen Geistes. Zu Pfingsten kam der Heilige Geist in Feuerzungen herab. Die Apostel waren mit Maria, der Gottesmutter im Gebet versammelt, hatten die Türen zugesperrt aus Angst vor den Römern und plötzlich waren ein Brausen und ein Sturm zu hören. Der Heilige Geist, der Beistand, kam dann auf die Jünger herab, und jeder sah über dem Kopf des anderen eine Feuerzunge. Ab diesem Zeitpunkt hatten sie keine Angst mehr, sondern gingen mutig hinaus und verkündeten den Glauben und alle verstanden sie. Auch dieses Feuer des Heiligen Geistes kann die Feuerwehr nicht löschen.

Ersehnen wir nun dieses Feuer! Wer nämlich dieses Feuer hier auf Erden empfängt, dem bleibt das Feuer in der anderen Welt erspart.

Das kann ein großer Trost für die Feuerwehr sein. Denn jeder Einsatz ist ein gutes Werk, das vom lieben Gott geschätzt, gesehen und gespeichert wird, sodass das Feuer in der anderen Welt gelöscht wird. Also können sie für sich selbst sehr wohl das Feuer in der anderen Welt durch ihre gute Tat löschen und das Feuer des Heiligen Geistes mit ihrer guten Tat in dieser Welt entzünden.

Das wünsche ich Ihnen und mir, dass wir mit dem Feuer nicht spielen, d.h. mit der Sünde nicht spielen, sondern dass wir hier auf Erden mit all unseren guten Taten und Werken, so viel Wasser mit in die Ewigkeit nehmen, dass wir das Feuer löschen können, oder besser ausgedruckt, dass in der Ewigkeit kein Feuer für uns mehr vorhanden sein wird. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email