6. Ostersonntag
2015 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.“ Heute geht es in vieler Hinsicht um Liebe.

Es geht heute am Muttertag um die Liebe der Mutter zu den Kindern, die ein klein wenig erwidert wird durch ein Geschenk, ein Gedicht, eine kleine Freude.

Aber es geht um noch viel mehr. Diese Liebe der Mutter zu den Kindern ist nur ein Abglanz von der Liebe Gottes zu uns, von der Liebe, die Jesus zu uns hat. Warum hat Jesus eine noch größere Liebe zu uns? Wir wissen, dass es das größte Zeichen der Liebe ist, wenn jemand sein Leben für den anderen hingibt, wenn er alles opfert, was er hat, wenn er alles schenkt, was er hat. Und das hat Jesus getan. Er ist für uns am Kreuz gestorben. Er hat sein Leben hergeschenkt für uns, um uns von den Sünden zu erlösen, um uns zu retten, damit wir in den Himmel kommen können.

An diese Liebe Gottes zu uns Menschen erinnern wir uns jedes Mal, wenn wir die hl. Messe feiern. Jesus hat uns ein sichtbares Zeichen dazu gegeben. Am Gründonnerstag, dem Tag vor seinem Sterben, hat er Brot genommen und gesagt: „Das ist mein Leib.“ Damit ist aber nicht der Laib Brot gemeint. Wie viele Firmlinge haben bei der Prüfung, beim schriftlichen Test den Leib Christi mit „a“ „i“ geschrieben (Laib). Der Leib Christi hat nichts mit einem Laib Brot zu tun, sondern das ist sein Fleisch, das er uns zu essen gibt. Genauso wie er im Kelch uns sein Blut zu trinken gibt. Allerdings ist es nicht der tote Jesus, sondern der lebendige Jesus, der in unser Herz kommt. Wenn der Priester sagt „Der Leib Christi“, und wir das „Amen“ dazu sprechen, dann erinnern wir uns an die Liebe Jesu.

Es geht also heute um die Liebe Gottes zu uns Menschen und um die Liebe von uns Menschen zu Gott.

“Wer meine Gebote hält, der bleibt in meiner Liebe.“

Ich habe einmal bei einer Erstkommunion ein Beispiel erzählt, wo ein Kind nicht den Willen des Vaters getan hat, weil dies eine Sünde gewesen wäre. Sein Vater war nämlich ein Verbrecher, und er hätte ihm wieder helfen sollen: bei einem Einbruch Schmiere stehen. Und als er das abgelehnt hatte, weil er an diesem Tag gerade Erstkommunion hatte, da bekam sein Vater eine solche Wut, dass er ihn prügelte, sodass er tödlich verletzt wurde. Vielleicht habe ich das Beispiel zu drastisch erzählt, weil ich nach der Erstkommunion eine aufgebrachte Mail bekommen habe, wie ich an diesem Tag ein solches Beispiel predigen konnte. Es kann sein, dass ich es zu blutig geschildert habe, aber von der Sache bleibe ich dabei, sonst dürfte ich nicht über den Kreuzestod Jesu Christi predigen. Das Leben hier auf Erden ist nicht alles. Das Ziel ist der Himmel. Das hat uns Jesus sagen wollen mit seiner Tat.

Es geht um die Liebe Jesu zu uns Menschen. Und es geht um unsere Liebe zu Jesus. Ich hoffe, wir alle haben eine große Sehnsucht nach Jesus, nach dem Leib Christi, und ich hoffe, wir alle haben eine große Liebe zu Jesus. Streben wir nach dieser Liebe! Diese Liebe soll nie erlöschen. Diese Liebe soll in unserem Leben zunehmen, wachsen, sich vertiefen. Denn im Himmel gibt es nur diese Liebe in Vollkommenheit. Jesus wartet auf uns, dass er uns in der ewigen Glückseligkeit mit dieser Liebe beschenken kann. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email