3. Adventssonntag
2017 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Ich muss ihnen folgenden Text vorlesen, den ich in einem Predigtbuch gefunden habe. „Es kam einmal ein Eingeborener aus dem Hochland von Neu-Guinea in diesen vorweihnachtlichen Wochen nach Österreich. Er hatte noch nie etwas von Weihnachten gehört. Er ging durch die Geschäftsstraßen der Stadt. Er sah, wie alles mit Tannenzweigen, mit Kerzen und Lichtern dekoriert war. Auf den Tischen der Geschäfte häuften sich Berge von Waren. Auf Plakaten und als Figuren sah er immer wieder einen alten Mann mit rotem Mantel und weißem Bart. Viele Menschen trugen Tannenbäume unter dem Arm. Gefragt, wie er das alles gedeutet habe, meinte er: Es müsse sich an Weihnachten wohl um einen Gedenktag an einen alten, ehrwürdigen Mann handeln, vermutlich an einen Förster, weil man ihn mit Tannen in Verbindung bringe. Vielleicht sei er aber ein Nachtwächter gewesen, weil man zu seiner Ehre so viele Lichter angezündet habe. Jedenfalls sei er sehr beliebt gewesen.“

Ja, er war sehr beliebt, aber alles andere hat ihn auf die falsche Spur gebracht. Dieser alte Mann mit rotem Mantel und weißem Bart, den wir Weihnachtsmann nennen, hat sowieso nichts mit der Geburt Jesu Christi in Bethlehem zu tun. Aber es handelt sich sehr wohl an Weihnachten um einen Gedenktag von einem Mann. Doch wer ist dieser Mann, dessen Gedenktag wir feiern?

Er wurde damals verwechselt mit seinem Vorläufer, mit Johannes dem Täufer. So wie er heute mit dem Weihnachtsmann verwechselt wird. Sie haben damals gedacht, er ist es, auf den wir warten. Man hat Priester zu ihm gesandt, um Klarheit zu bekommen und ihn gefragt. Wer bist du? Sag uns, wer du bist.

Sie kennen vielleicht noch die Sendung mit Robert Lembke „Was bin ich?“ Heiteres Beruferaten. Welches Schweinderl hätten´s denn gern? Da wurde am Anfang als Hilfestellung immer eine Handbewegung gemacht. Wenn Johannes der Täufer eine Handbewegung machen müsste, dann sicherlich die des Isenheimer Altares. Er würde mit dem Finger zeigen. Er würde mit dem Finger auf Jesus zeigen. Das ist seine Aufgabe gewesen. Ich bin nicht der, auf den ihr wartet. Ich bin der Vorläufer. Ich bin die Stimme eines Rufers in der Wüste. Ich will, dass ihr euch vorbereitet auf den Messias, der bald kommt. Ich bin nicht wert, ihm die Schuhriemen zu lösen. Der, der nach mir kommt, ist größer als ich. Er muss wachsen, ich muss kleiner werden.

Heutzutage müsste viel mehr diese Person Johannes der Täufer den Weihnachtsmann im Advent wieder verdrängen. Aber er ist natürlich nicht so anziehend wie dieser dicke rote Mann mit seinen Geschenken. Er ist bekleidet mit einem Gewand aus Kamelhaaren, er ist ein Asket, der sich von Heuschrecken und wildem Honig ernährt. Er ist in der Wüste, einem unangenehmen, am Tag heißen und in der Nacht kalten Ort, und er fastet viel. Dann spricht er unentwegt von Buße und Umkehr. Unangenehmer geht es nicht! Vielleicht ist er deswegen nicht so bekannt und beliebt. Und trotzdem verkünde ich ihn, denn er verkündete Jesus. Er sprach von dem, der kommen wird, auf den wir uns vorbereiten sollen.

Bereitet euch gut vor! Die Zeit ist nahe. Die Zeit vergeht viel zu schnell. Und vergesst vor lauter äußeren Vorbereitungen die innere Vorbereitung nicht. Die Weihnachtsbeichte, das Gebet, die hl. Messe, die Besinnung und die Stille, denn nur dann kann das Kind in der Krippe auch in unser Herz kommen. Amen.

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