4. Adventssonntag
2017 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Zuerst möchte ich heute auf die Lesung hinweisen. Wir haben da gehört, dass David dem Herrn ein Haus, einen Tempel, bauen will, denn die Bundeslade Gottes wohnt nur in einem Zelt. Das ist ihrer nicht würdig. Sie wissen, dass in der Bundeslade die 10 Gebote waren, die Mose von Gott bekommen hatte. Die Lade war den Israeliten deswegen heilig. Und David wohnt in einem prächtigen Haus aus Zedernholz. Das kann nicht sein. Daher will David auch dem lieben Gott ein schönes Haus bauen, wo er entsprechend wohnen kann. Aber Gott lehnt zuerst einmal ab. Erst sein Sohn Salomo wird den Jerusalemer Tempel bauen. Dem König David hat er etwas anderes versprochen. Aus seinem Geschlecht wird der Sohn Gottes, Jesus, hervorkommen. Er wird also ein Nachkomme Davids sein. Aus der Wurzel Isai wird ein Spross hervortreten. Das schreibt schon der Prophet Jesaja im 11. Kapitel. Isai (oder früher Jesse) heißt der Vater von David.

Es gibt ein schönes Weihnachtslied, das wir bald singen werden, da wird dieses Geheimnis schön ausgedrückt. „Es ist ein Ros entsprungen, aus einer Wurzel zart, wie uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art.“ Jesaja schreibt noch: Es wird ein Reis (=Zweig) hervorgehen aus dem Baumstumpf Isais. Ein Trieb kommt und bringt Frucht. Der Zweig, der Frucht bringt, ist Maria. Und so wurde daraus auch die Rose, die auf Maria hindeutet. Aber es ist eigentlich nicht die Rose. „Es ist ein Ros´ entsprungen“, bedeutet: „es ist ein Reis entsprungen“.

Baumstumpf heißt es deshalb, weil die Königslinie unterbrochen ist. Es kam die Babylonische Gefangenschaft und nach ihrer Rückkehr, 70 Jahre später, gab es keine Könige mehr. Es existierte nur noch ein Stumpf Isais. Der Baum war aber noch nicht tot, ein Trieb, ein Reis kommt zum Vorschein.

Gott baute sich für seinen Sohn nun einen viel herrlicheren Tempel, in dem er 9 Monate wohnte. Dieser Tempel Gottes ist Maria, zu der der Erzengel Gabriel gesandt wurde. Maria wird natürlich deshalb auch Bundeslade Gottes genannt, weil in ihr der Allerheiligste war. Sie war viel schöner als die prächtige Bundeslade der Israeliten. Sie war die ganz Reine, die Unbefleckte Empfängnis, die Rose, die Königin der Blumen. Und deshalb war sie würdig, den Sohn Gottes zu empfangen, zu tragen und dann zu erziehen.

Die letzten Tage des Advents wollen uns sagen, dass auch wir dringend nun so ein Tempel sein sollen, in dem Gott wohnen kann. Wir müssen diesen Tempel herrichten, das heißt von Sünden reinigen. Wir müssen unser Herz und unsere Seele vorbereiten auf das Kommen des Herrn. Er möchte nämlich auch in uns wohnen. Er möchte in der Kommunion zu uns kommen. Und wenn wir in der Beichte die Lossprechung erfahren haben, dann wird Jesus einen wunderschönen Tempel vorfinden.

Das wünsche ich Ihnen, dass sie diese Weihnachtsbotschaft nicht nur hören, sondern in ihrem Herzen spüren können. Wenn sie also so ein Tempel Gottes sind, ein Haus für Gott in ihrem Herzen gebaut haben, dann wird auch die Verheißung für sie gelten, dass dieses geistige Bauwerk auf ewig Bestand hat. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email