Heilige Familie
2017 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht hat, damit du lange lebst und es dir gut geht in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.“ So heißt das 4. Gebot wörtlich, das Mose auf dem Berg Sinai von Gott geoffenbart bekam. Es ist das erste der 7 weiteren Gebote, das sich auf den Mitmenschen bezieht. Die ersten drei Gebote handeln von unserer Beziehung zu Gott. Die Reihenfolge der Gebote ist nicht unwesentlich, und somit ist das Gebot der Elternliebe von großer Bedeutung. Gott betont damit auch die Familie. Sie ist wichtig. In der Familie finden wir Vertrauen, Schutz und Geborgenheit. Die Kirche hat daher heute mehr denn je die Aufgabe und die Pflicht, die Familie zu schützen, zu pflegen und für die Familie zu kämpfen, denn die Familie ist in großer Gefahr.

Es gibt Kräfte, die die Familie zerstören wollen. Es wird das nicht so eindeutig gesagt, aber wenn ich Ehe nicht mehr als Verbindung von Mann und Frau definiere, hat das Folgen. Wenn ich im 6. Gebot fast alles für erlaubt erkläre, wenn es keine Moral mehr gibt, hat das Folgen. Wenn ich sage: Du darfst alles tun, was dir Spaß macht, solange du nicht anderen schadest und wehtust, hat das Folgen. Wenn ich dazu ermutige, dass die Triebe da sind, um sie zu befriedigen und wir auf der Welt sind, um das Leben richtig zu genießen ohne Grenzen, dann hat das Folgen. Bei diesen Meinungen gibt es oft keine Werte mehr. Hier werden die Gebote ausgeschaltet. Dies ist nicht nur familienfeindlich, sondern hat auch die Zerstörung unserer Gesellschaft zur Folge, denn die Familie ist die Keimzelle unserer Gesellschaft.

Wieviele sind nicht kirchlich verheiratet ? Wieviele machen sich nichts daraus? Wieviele meinen, das ist vor Gott in Ordnung und gehen trotzdem zur Kommunion? Gibt es keine Gebote mehr? Gibt es keine Sünde mehr? Denn alle sagen mir, mein Gewissen sagt nicht, dass das schlecht ist, was ich tue, wenn ich z.B. ohne kirchlichen Trauschein zusammenlebe.

Die katholische Familie ist in großer Gefahr. Es gibt oftmals keine Treue mehr. Ja vielleicht noch eine zeitliche Treue. Es hat mir einmal jemand gesagt: Freilich war ich ihm treu in den 10 Jahren, wo wir verheiratet waren und dann sind wir in Frieden auseinandergegangen und ich habe einen anderen geheiratet. Nur weil sie sich auseinandergelebt haben, so das Argument.

Liebe Brüder und Schwestern, schauen wir auf die Hl. Familie. Maria und Josef haben auch riesige Schwierigkeiten zu bewältigen gehabt.

Da war zuerst einmal die Armut. Bei der Geburt ihres göttlichen Kindes hatten sie nicht einmal ein Haus, sondern nur einen Stall, weil in der Herberge kein Platz war. Kurz darauf mussten sie nach Ägypten fliehen und in der Fremde wohnen. Das ist alles nicht leicht gewesen.

Von der Kindheit Jesu ist uns nur diese eine Begebenheit überliefert, wo sie sich große Sorgen um ihr Kind gemacht haben, weil sie ihn drei Tage nicht gefunden haben. Jesus ist nicht nur eine Nacht nicht nach Hause gekommen, sondern fehlt drei Nächte. Stellen sie sich vor, ihre Tochter, ihr Sohn kommt mit 12 Jahren ohne etwas zu sagen, in der Nacht nicht nach Hause! Wo ist Jesus?

Auch in der Hl. Familie gab es Schwierigkeiten und Leid zu überstehen. Da gab es nicht den Satz: Wir haben uns auseinandergelebt.

Daher ist die Hl. Familie für uns ein großes Vorbild. Sie haben die Gebote Gottes gehalten. Sie sind mit ihrem Baby bereits in den Tempel gegangen, um das Gesetz zu erfüllen und es Gott darzubringen. Ihnen waren die Vorschriften Gottes nicht egal, wie es oft in der heutigen Zeit der Fall ist.

In der Hl. Familie wurde auch gebetet. Es darf dies Anlass für mich zu sein, auf das Familiengebet hinzuweisen. Haben sie Weihnachten wenigsten zu Hause gemeinsam gebetet? Wir wollen uns das wirklich vornehmen und zu Hause beten, so wie Maria mit Jesus gebetet hat. Die hl. Mutter Teresa von Kalkutta sagt diesbezüglich: „A family who prays together, stays together.“ „Eine Familie, die zusammen betet, bleibt auch zusammen.“ Da steckt viel Wahrheit drin: Bitte betet in der Familie!

Seien sie über diese Mahnworte nicht überrascht. Das Fest der hl. Familie ist bei mir oft das Fest, wo ich ein bisschen aufrütteln will und sagen will, es brennt. Wir Christen müssen wieder mutig Zeugnis für die Familie ablegen und nicht zuschauen, wie unsere Gesellschaft im Sumpf der Unmoral versinkt. Beten wir für die Familie!

Seien wir selber ein Vorbild. Zeigen wir, dass wir in einer geordneten Familie wirklich glücklich sein können. Leben wir die Gebote! Wir wollen in der Familie ein christliches Leben führen. Wir wollen ein Leben mit Gebet führen, wie es die Hl. Familie getan hat. Sie haben den Tempel besucht, das damalige Gotteshaus. Sie haben die Nächstenliebe gelebt, gegenseitig geholfen und auch immer vergeben, verziehen und sind aufeinander zugegangen.

Mit Liebe und Treue, deren Frucht der Friede ist und zwar hauptsächlich der innere Friede, der Friede im Herzen, den wir, so hoffe ich, zu Weihnachten, dem Fest des Friedens spüren und erfahren durften, und den wir uns nicht nehmen lassen dürfen. Amen.

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