Christkönigssonntag
2018 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Jesus steht vor Gericht, vor Pontius Pilatus. Er ist vor Gericht, weil er beansprucht, ein König zu sein. Der Richter prüft die Anklagen: „Du bist also der König der Juden? Was hast du getan?“ Der Angeklagte antwortet: „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Königtum von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde.“ „Also bist du doch ein König?“ Und Jesus: „Du sagt es, ich bin ein König.“

Es ist dies eine recht eigenartige Königsproklamation. Jesus gibt zu, dass er ein König ist. Pilatus verurteilt Jesus deswegen zum Tode, und er wird den Grund der Kreuzigung sogar auf ein Schild schreiben lassen. Dieses Schild ließ er ans Kreuz befestigen. Darauf steht: „Jesus von Nazareth, König der Juden.“

Die Henkersknechte haben dieses Königtum Jesu Christi verspottet und verhöhnt, ihm eine Spottkrone aufs Haupt gesetzt, einen roten Fetzen als Königsmantel zum Spott umgelegt und ihm als Königszepter ein Schilfrohr in die Hand gedrückt, damit sie vor ihm das Knie beugen können, nur um ihm ins Angesicht zu spucken.

Christkönig starb schließlich am Kreuz, aber nicht aus Ohmmacht, sondern um uns alle an sich zu ziehen und sein Reich aufzurichten. Der rechte Schächer erkannte seine Königswürde: „Herr, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Er glaubte, dass er der König dieses Reiches in der Ewigkeit ist, und Jesus versprach ihm das Paradies.

Seither herrscht Jesus in den Herzen der Menschen. Seither sammelt er seine Diener, die durch die Taufe in sein Reich eingegliedert werden. Seither schickt er seine Boten, seine Soldaten aus, um dieses Reich auf der ganzen Erde auszubreiten.

„Der König schickt Soldaten aus“, so heißt ein altes Spiel, das ich selbst in meiner Kindheit spielte. Zwei Schlachtreihen, die sich gegenüberstanden, und der Anführer auf jeder Seite war der König. Mit verschlungenen Händen bildete jede Mannschaft eine Abwehrkette, die es zu durchbrechen galt. Dazu schickte der König Soldaten aus. Wenn der Durchbruch durch die feindliche Linie gelang, so durfte er Gefangene mitnehmen, wenn nicht, blieb er selber in Gefangenschaft. Am Schluss hieß es: „Der König schickt sich selber aus.“

Bei Jesus ist es umgekehrt. Er hat sich am Anfang selber ausgeschickt und nachdem er als Gefangener durch den Tod gesiegt hat, schickt er nun seine Priester und alle Getauften aus. Wir alle, Junge und Alte, sind von Christus, unserem König in die Welt hinausgeschickt, hinein in das Heidentum rings um uns herum, und wir müssen uns als Soldaten Christi des Königs durch Bekennermut, durch das gute Beispiel, durch Opferbereitschaft, durch Treue bewähren.

Der König schickt Soldaten aus. Der König schickt sich selber aus. So macht er es immer. Bevor er uns ausschickt hinein in den Tageskampf, wo es gegen den bösen Feind, gegen die böse Lust, gegen die böse Welt zu kämpfen gilt, schickt Jesus sich selber aus, und er kommt herunter auf den Altar, im Geheimnis der Eucharistie, und wir begegnen ihn in der hl. Messe, in der hl. Kommunion, damit er mit uns und in uns kämpfe. Er hat uns ein Beispiel gegeben mit unvorstellbarem Einsatz, bis hin zum eigenen Leben, bis zum letzten Blutstropfen, den er am Kreuz vergoss. Dazu kommt noch etwas Tröstliches: Der Kampf für Christus ist nie ungerecht, sondern immer ein guter, heiliger Kampf ist. Und wenn der endgültige Sieg errungen sein wird am Ende der Tage, dann wird dieser König seinen Sieg nicht allein genießen, sondern dem König folgen viele nach: nämlich alle, die ihm treu waren. Es wird einmal eine riesige Siegesgemeinschaft sein in der Ewigkeit, an der wir auch teilnehmen wollen. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email