4. Fastensonntag
2018 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Im Evangelium hörten wir einen Ausschnitt aus dem nächtlichen Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus. Nikodemus war ein Pharisäer, der neugierig auf die Lehre Jesu war und heimlich im Dunkeln zu Jesus mit seinen Fragen kam. Er ist einer der wenigen Schriftgelehrten, die von Jesus beeindruckt und begeistert waren. Wir wissen, dass nur noch Josef von Arimathäa, der Jesus sein Grab überließ, auch ein heimlicher Jünger Jesu war.

Jesus sagt zu Nikodemus am Anfang des Gesprächs: Nur wer wiedergeboren wird, kann gerettet werden. Nikodemus versteht das nicht und fragt, wie das möglich ist. Keiner kann doch in den Schoß seiner Mutter zurück und erneut geboren werden. Jesus weist auf die christliche Wiedergeburt aus der Taufe hin und antwortet: Nur wer aus Wasser und Geist wiedergeboren wird, kann eingehen in das Reich Gottes.

 

Jesus sagt Nikodemus dann voraus, was mit ihm, dem Menschensohn, geschehen wird. Jesus rettet die Menschheit durch seinen Tod am Kreuz. Er muss erhöht werden, wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat. Damals war eine Epidemie von Giftschlagen im Lager der Hebräer, die die Menschen bissen und viele Israeliten starben. Daraufhin hat Mose eine Kupferschlange an einer Stange erhöht und jeder, der von den Giftschlangen gebissen wurde und zu dieser Kupferschlange emporblickte, wurde gerettet und musste nicht sterben. So ist es auch bei Jesus. Nur wer an Jesus glaubt und auf das Kreuz schaut, wird gerettet. Denn wir sind alle von der Schlange gebissen. Seid Adam und Eva von der Schlange „gebissen“ wurden, d.h. versucht wurden und im Ungehorsam vom Baum in der Mitte gegessen haben, sind wir alle krank und brauchen den Arzt, um geheilt zu werden. Dieser Arzt ist Jesus, der gekommen ist, und das Mittel der Heilung ist ganz einfach: Es ist der Glaube an ihn. Es ist der vertrauensvolle Blick auf das Kreuz. Nur dieser Blick auf Jesus wird uns retten. Schauen wir nie weg von Jesus! Petrus hat weggeschaut, als er über das Wasser ging und wäre untergegangen, wenn Jesus ihm nicht geholfen hätte. Wir alle würden untergehen, wenn uns Jesus nicht halten würde. Wenn wir auf ihn schauen, dann kann uns eigentlich nichts passieren. Die Fastenzeit ist da, um auf Jesus zu schauen, besonders auf sein Leiden und Sterben. Denn dadurch hat er uns erlöst und die verschlossene Himmelspforte wieder aufgetan. Wie hat es im Evangelium geheißen? Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Und der Glaube an Jesus wird uns retten. Weiter heißt es: Wer die Wahrheit tut, kommt zum Licht. Nicht der, der Böses tut! Nützen wir weiterhin die Fastenzeit, um viel Gutes zu tun. Jeder, der Böses tut, kommt nicht zum Licht. Wir wollen aber zum Licht kommen! Das ewige Licht möge uns einmal im Himmel leuchten. Da ist keine Finsternis, sondern nur noch leuchtende Liebe in Christus. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email