Hochfest der Gottesmutter
2018 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Was soll ich Ihnen heute am Neujahrstag predigen? Viele sind müde, weil sie gestern lange aufgeblieben sind und das neue Jahr 2018 gefeiert haben. Heute früh ist es still nach einer lauten Nacht. Es ist wieder so still wie in der Heiligen Nacht. Wir sangen das bekannte Weihnachtslied „Stille Nacht Heilige Nacht.“ Müde und still waren wahrscheinlich Maria und Josef auch nach der Geburt. Aber in diese Stille und in dieser Müdigkeit war viel Freude. Auch ich hoffe, dass sie nicht nur müde und still mir jetzt zuhören, sondern dass auch viel Freude noch in ihrem Herzen ist.

Freude ist in uns, wenn wir heute auf Maria blicken, denn es ist ihr Hochfest. Wir feiern das Hochfest der Gottesmutter Maria. Maria ist in Wahrheit Gottesmutter. Sie darf diesen schönen Titel tragen, denn ihr Sohn ist Gott und Mensch zugleich. Schauen wir auf diese Frau zu Beginn des neuen Jahres. Wie war sie?

Ich habe einmal wagemutig gepredigt. Sie war konservativ und progressiv zugleich. Ich bleibe dabei. Maria vereint beides in ihrem Herzen. Es hieß einerseits, „sie bewahrt alles in ihrem Herzen.“ Konservativ heißt nichts anderes als bewahren. Bewahren wir auch dieses schöne, ergreifende Geheimnis von Weihnachten in unserem Herzen. Bewahren wir uns diesen Glauben an die Menschwerdung Gottes, dass Jesus, der Sohn Gottes ein Baby wurde, sich in eine Krippe legen ließ und sich erziehen ließ, etwas lernen musste, beten gelernt hat.

Maria bewahrte aber nicht nur alles in ihrem Herzen, sondern es heißt weiter. „Sie dachte darüber nach.“ Daher ist Maria auch progressiv. Wer nachdenkt, dessen Geist ist in Bewegung, steht nicht still, sondern schreitet voran. Progressiv heißt voranschreiten. Wir wollen nicht stehen bleiben, sondern nach vorne blicken, nachdenken.

Ich hab im Internet Predigten gelesen von anderen Priestern, die sie am Neujahrstag gehalten haben und habe festgestellt, dass es oft ein Jammern war, ein trauriges Zurückblicken. Was bringt das? Schauen wir nach vorne. Die Kirche wird nicht untergehen. Mit Maria steuert sie sicher in die Zukunft. Wir müssen nachdenken, wie wir mit der momentanen Situation umgehen können. Wir wollen uns nicht verwirren lassen, von diesem lauten Geschrei. Die christliche Botschaft ist aktueller denn je. Allerdings müssen wir sie leben. Wir müssen beten, wie Maria gebetet hat. Wir müssen den Tag des Herrn heiligen, wie die Heilige Familie das getan hat. Sie gingen in den Tempel.

Ich bin überzeugt, wer dies ernst nimmt, der ist von Gott gesegnet, dem hilft Gott auch in den schweren Stunden des Lebens, der wird ein erfülltes gottgewolltes Leben führen. Es sind wenige, die das noch so leben wollen, aber am Anfang waren es auch nur wenige. Gott wird es zur rechten Zeit wieder ändern. Unser Auftrag ist, treu zu sein. Unser Auftrag ist, so wie Maria die Botschaft in unserem Herzen zu bewahren und darüber nachdenken. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email