14. Sonntag im Jahreskreis
2018 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab.“ Mit diesen einfachen Worten wird ausgedrückt, dass Jesus keinen Erfolg in seiner Heimat Nazareth hat. Dort kennen sie ihn von früher. Dort wohnen seine Verwandten, seine Spielkameraden und Jugendfreunde. Darum brauchen wir ihn nicht als Propheten, als Lehrer, als Heiler. Nur wenige Wunder konnte er deshalb wirken. Der Glaube war nicht da und das ist, wie er immer wieder betont, die Grundvoraussetzung für die Heilung. „Dein Glaube hat dir geholfen!“, sprach er zur Frau, die an den Blutungen litt. „Sei ohne Furcht, glaube nur!“ Sagte er zum Synagogenvorsteher! Wir erinnern uns an das Evangelium letzte Woche. „Warum habt ihr keinen Glauben?“, war der Vorwurf an seine Jünger, als sie Angst vor dem Sturm auf dem See hatten. Überall ist der Glaube gefragt. Doch in Nazaret fehlte dieser Glaube, und Jesus wunderte sich über deren Unglauben.

Das, was da in Nazaret geschehen ist, das was in seiner Heimat passiert ist, wiederholt sich immer wieder und hat sich in den 2000 Jahren immer wieder ereignet. Sie lehnten ihn ab. Wir wollen ihn nicht hören. Wir brauchen ihn nicht. Wie oft wird heute die Botschaft Jesu abgelehnt? Wie oft nimmt man heute an Jesus und an seiner Kirche Anstoß? Wie oft wird heute die Lehre der Kirche nicht ernst genommen? Wir brauchen uns nicht wundern. Es war damals schon so.

Sie staunten zwar über seine Lehre. Sie fragten sogar: Woher hat er die Weisheit? Solche Worte haben wir noch nie gehört. Er spricht gut. Wahrscheinlich haben seine Worte sie sogar beeindruckt. Sie mussten sogar zustimmen. Er hat Recht. Es geschehen auch wirklich Wunder. Das konnten sie ebenfalls nicht leugnen. Das haben ihnen vertrauenswürdige Zeugen berichten, aber trotzdem bleibt ihre Ablehnung: Nein, diesen Jesus nicht. Und das ist ihre Sünde. Obwohl sie erkannt hatten, dieser Jesus ist ein besonderer Mensch, der Wunder wirken kann, obwohl sie erahnten, es ist der Messias, obwohl der Heilige Geist ihnen das alles eingab, trotzdem lehnten sie ihn ab.

Als Jesus das spürte und bemerkte, ärgerte er sich nicht, sondern zog einfach in die benachbarten Dörfer und lehrte dort. Er dachte sich: „Ich bin nicht angewiesen auf euch. Ich habe euch etwas anzubieten. Ich verkünde euch die frohe Botschaft. Wenn ihr sie nicht freiwillig annehmen wollt, kann ich euch nicht zwingen. Es warten aber noch viele andere auf mich und auf meine Lehre. Diese werden glauben. Das ist mein Auftrag vom Vater, die Botschaft zu verkünden und das tue ich.“

Und das ist auch der Auftrag der Kirche von heute. Die Botschaft Jesu zu verkünden. Wer sie nicht annimmt, hat es selber zu verantworten. Es wird niemand gezwungen. Das, was damals geschehen ist, wird auch heute geschehen. Auch heute wird die Kirche immer wieder Anstoß erregen und abgelehnt werden. Sie braucht sich nicht wundern. Wenn es nicht so wäre, dann müsste man sich wahrscheinlich fragen, ob man etwas falsch gemacht hat. Immer wieder wird es aber auch Menschen geben, die die Botschaft mit frohem Herzen aufnehmen und weiter tragen. Immer wieder wird die Lehre Jesu dankbar angenommen und als befreiend erfahren. Wir selber dürfen dies mit dankbaren Herzen bezeugen und wollen, auch wenn wir selber deshalb abgelehnt werden, immer wieder kritisiert werden, treu zu Christus stehen, zu seiner Lehre und zu seinen Geboten. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email