15. Sonntag im Jahreskreis
2018 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Jesus ruft die 12 zu sich und sendet sie aus. Er sagt, was sie mitnehmen sollen, bzw. was sie nicht mitnehmen sollen. Sie sollen ja nur einen Wanderstab mitnehmen. Und er sagt, was sie tun sollen: Kranke heilen. Dann heißt es: Die Zwölf machten sich auf den Weg. Sie warteten nicht lange und überlegten nicht, wie das nun werden wird und was sie eventuell noch beachten müssen.

Dazu darf ich Ihnen eine Legende erzählten: Der Teufel bekam eines Tages drei neue Lehrlinge. Er wollte von ihnen die beste Methode hören, wie man die Menschen ins Verderben stürzt.

Der erste sagte: „Die beste Methode ist, glaube ich, wenn wir sie dazu bringen, gar nicht an Gott zu glauben.“ Der zweite meinte: „Das Beste ist, wenn wir die Leute überzeugen können, dass es besser ist, nur für sich selbst Gutes zu tun, als ständig den anderen zu helfen.“ Der dritte überlegte am längsten und antwortete schließlich mit folgenden Worten: „Ich glaube, wir müssen den Menschen sagen: Erfüllt die Gebote Gottes ganz genau. Glaubt, was euch die Priester sagen. Betet oft und geht jeden Sonntag in die hl. Messe.“ „Was soll denn das?“, wandte da der Teufel ein. „Willst du, dass die Menschen alle heilig werden?“ „Nein, warte doch“, antwortete der dritte Lehrling, „es kommt ja erst das Wesentliche. Wir sagen ihnen nämlich auch: Als das Gute tun, das Beten und an Gott glauben, musst du nicht gleich machen. Du hast dafür auch morgen noch Zeit.“ Da stutzte der Teufel und sagte nach kurzem überlegen: „Ja, das ist eine gute Idee. Der Mensch wird dann alles immer auf Morgen verschieben und irgendwann keine Zeit mehr haben. Und dann am Sterbebett gehört seine Seele uns. Du hast dir die beste Methode ausgedacht.“

Ja, der Lieblingsgegenstand des Teufels ist die „lange Bank“. „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“, heißt ein weiser Spruch. Die guten Vorsätze, die wir uns oft machen, verflüchtigen sich, wenn wir sie nicht auch so bald wie möglich umsetzen.

Jesus hat seine Jünger hinausgeschickt, um seine Botschaft vom Reich Gottes allen Menschen zu verkünden. Er sagte dabei nicht: „Ihr könnte das ruhig morgen tun oder übermorgen! Lasst euch Zeit! Nein, er wollte, dass sie sofort aufbrechen, und auch nichts mitnehmen. Sie sollen also keine Ausreden verwenden und z.B. sagen, sie hätten zu wenig Geld, zu wenig Sicherheiten, zu wenig Planung. Sie sollen ohne Zögern gehen und darauf vertrauen, dass Gott selbst mit ihnen ist und alles gut macht. Wenn wir die guten Vorsätze immer gleich so schnell wie möglich in die Tat umsetzen, haben die Dämonen keine Chance und werden ausgetrieben.

Der hl. Franz von Sales wurde einmal gefragt, ab wann man am besten anfangen solle, ein Heiliger zu werden. Und Franz von Sales antwortete: „Hier und jetzt“. Also: Nur keine Zeit verlieren und das „Heiligsein“ und „Heiligwerden“ auf morgen verschieben, denn diese Methode ist die vom bösen Feind und wir werden nie unser Ziel erreichen. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email