20. Sonntag im Jahreskreis
2018 B
logo
Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Durch Mose kam das Manna. Durch Jesus kam das Brot vom Himmel, das Brot des Lebens, das Jesus selbst ist. Er selbst gibt sich uns zur Speise. Es sind schwer verdauliche Worte, die Jesus in der eucharistischen Rede spricht: „Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.“ „Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise. Mein Blut ist wahrhaft ein Trank.“ Verständlich, dass die Juden darüber stritten, denn das ist ja wirklich sehr schwer vorstellbar. Dieser Streit und dieses Murren über die Lehre Jesu ist ein Zeichen, dass sie die Worte Jesu nicht symbolisch auffassten. Und Jesus wollte dies sehr wohl auch wörtlich verstanden wissen.

Diese eucharistische Rede geht ganz spannend weiter. Jesus erkannte, dass die Jünger daran Anstoß nahmen und die ganze Situation spitzt sich zu, weil Jesus nichts von seinen Worten zurücknimmt, sondern es sogar noch verstärkt. Die Juden können es nicht glauben und viele gingen weg. Und auch jetzt lässt sich Jesus nicht darauf ein, etwas vom Gesagten zurückzunehmen, sondern er stellt seine Jünger sogar noch auf die Probe: Wollt auch ihr gehen? Ihr könnt gehen, wenn ihr es nicht glaubt. Doch ich bleibe dabei. Es wird dies mein Abschiedsgeschenk sein, das ich am Gründonnerstag einsetzen werden, die heiligste Eucharistie.

Es folgt großes Schweigen bis Petrus sich zu Wort meldet: „Zu wem sollen wir gehen, du hast Worte ewigen Lebens.“ Petrus ist es wieder, der den Glauben bekundet. So wie beim Messiasbekenntnis, als Jesus ihn zum Felsen macht. Er ist der erste Papst. Auch hier bekennt er sich zu Jesus und glaubt ihm.

Auch wenn es schwierig zu glauben ist, Jesus verlangt diesen Glauben.

Es war im 13. Jahrhundert, als ein deutscher Priester ebenfalls große Schwierigkeiten mit diesem Glaubensgeheimnis hatte. Große Zweifel plagten ihn, ob das Brot wirklich in den Leib Christi verwandelt wird. In seiner Not machte er eine Wallfahrt nach Rom zu den Apostelgräbern Petrus und Paulus, um diese großen Heiligen anzurufen und sie zu bitten, ihn von diesen Zweifeln zu befreien. Auf dem Weg dorthin machte er in Bolsena Station und feierte dort die hl. Messe. Als er den verwandelten Leib Christi über den Kelch hebt, geschah das Wunder und ein Stückchen vom Brot wurde wirklich Fleisch und Blut tropfte auf das weiße Korporale herab. Ganz verstört feierte der Priester die hl. Messe nicht mehr fertig, sondern packte alles zusammen, ging damit in die Sakristei und verschloss alles im Schrank. Mit schlechtem Gewissen fuhr er nach Orvieto, wo sich gerade der Hl. Vater aufhielt und beichtete ihm das ganze Erlebnis. Er war von seinen Glaubenszweifeln kuriert.

Er bekam ein Zeichen, so wie auch der hl. Thomas ein Zeichen bekam, um glauben zu könnnen. „Selig, die nicht sehen und doch glauben“, sagt uns Jesus.

Äußerlich bleibt alles gleich. Es schaut aus wie Brot. Es schmeckt wie Brot. Es hat die Form wie Brot und die Farbe bleibt auch. Es hat alle Eigenschaften eines Brotes und doch ist es nicht mehr Brot. Der hl. Thomas von Aquin nennt es Transsubstantiation, d.h. Wesensverwandlung. Das Wesen ist ein anderes. Es ist der Leib Christi.

Jesus selbst möchte zu uns kommen, in unser Herz kommen.

Es soll immer ein würdiger Kommunionempfang sein. Mit schweren Sünden dürfen wir nicht kommunizieren, da müssen wir vorher beichten gehen. Aber mit leichten Sünden - und jeder Mensch hat solche - sollen wir oft kommunizieren. Der Leib Christi ist ein Heilmittel, ein Medikament, eine Medizin für unsere Seele. Wir kommunizieren nicht weil wir so gut sind, sondern weil wir besser werden wollen. Wir bitten Gott, dass er uns die Gnade schenke, nicht mehr so oft zu sündigen, uns von unseren Lastern immer mehr zu befreien und uns in den Tugenden zu stärken.

Das ist das beste Kommunizieren, wenn ich mir meiner Sünden bewusst bin und demütig Gott um Hilfe bitte. Jetzt bist du bei mir; jetzt bist du in mir; jetzt kannst du mir helfen. Er will uns ja helfen. Er ist der Heiland. Er ist das Brot vom Himmel. Er ist der Arzt, der uns von den Sünden befreit. Amen.

 

logo
piwik Datenschutz
© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email