28. Sonntag im Jahreskreis
2018 B
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Ein bekanntes Gebet des großen schweizerischen Landesheiligen Nikolaus von der Flue lautet:

„Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.
Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir.
Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.“

Dieser Bruder Klaus, so wie er landläufig genannt wird, hat das, was Jesus im heutigen Evangelium dem reichen Jüngling ans Herz gelegt hat, in die Tat umgesetzt. Er hat den Ruf Gottes ganz deutlich gehört und hat dann mit Erlaubnis seiner Frau, seine Familie mit den vielen Kindern, sein Haus, seinen ganzen Besitz verlassen, ist in die Einsamkeit und in die Armut gegangen und ist dadurch Christus ganz nachgefolgt.

Für ihn war klar, dass der Reichtum ein Hindernis zu Gott ist.

Man könnte jetzt noch so einige Beispiele von Heiligen aufzählen, die so gehandelt haben. Der bekannteste ist natürlich der heilige Franziskus, aber auch die heilige Elisabeth stand unter diesem Einfluss und hat das im Leben verwirklicht.

Sie haben nicht nur die Gebote gehalten, sondern sie haben zusätzlich die Ganznachfolge geübt. Wir finden in der heutigen Zeit diesen besonderen Ruf der Ganznachfolge bei Priestern und Ordensleuten. Die drei Gelübde in einem Orden sind Keuschheit, Gehorsam und eben Armut. Nicht jeder ist dazu berufen. Nicht zu jedem sagt Jesus diese liebevollen Worte: „Wenn du vollkommen sein willst, dann verkaufe alles.“ Diese Einladung war eine Auszeichnung für diesen Jüngling, denn er hat wirklich alle Gebote von Jugend auf gehalten. Jesus schaute ihn an und weil er ihn liebte, so heißt es, weil er ihn gern hatte, weil er ein ehrlich Suchender war und weil er ein gottesfürchtiger Mensch war, deshalb hat er ihm dieses Angebot der Ganznachfolge gemacht.

Es kommt vor, dass auch mir als Priester so ähnliche Fragen gestellt werden. Was muss ich tun, um… Was soll ich beruflich tun? Was meinen sie… Wie haben sie ihre persönliche Berufung erkannt? Und dass ich dann das Angebot mache und sage: Hast du dir noch nicht die Frage gestellt, ob du Christus ganz nachfolgen willst. Und mir ist eben beides schon passiert. Da gibt es Leute, die traurig weggehen. Das muss nicht unbedingt der materielle Reichtum sein, den sie haben oder nicht haben. Das kann ein anderer Reichtum sein. Das kann etwas sein, was sie nicht aufgeben möchten, etwas liebgewordenes, an dem sie hängen, von dem sie sich nicht trennen können. Und sie gehen traurig weg.

Aber ich habe auch schon das freudige Erlebnis gehabt, dass jemand „ja“ gesagt hat. Ich möchte Christus ganz nachfolgen und bewusst den Reichtum hinter sich gelassen hat.

Die Grundsatzfrage hat ihn zu Jesus geführt. Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Meister, was kann ich tun, um ein Leben zu leben, das sich lohnt. Ich möchte ein Leben leben, das nicht umsonst ist; ein Leben, das einen Sinn hat; ein Leben, das mir das ewige Leben schenkt. Jeden Menschen, der ein bisschen nachdenkt, brennt doch diese Frage unter den Nägeln. Wie komme ich zur Erfüllung, zum ewigen Glück, zum Sinn meines Lebens?

Viele stellen sich nur die Frage, wie kann ich ein Leben für, dass ich auf dieser Erde glücklich bin, dass ich hier möglichst viel genießen kann, dass ich hier auf Erden das Beste daraus mache. Möge doch in der heutigen Zeit wieder mehr die Menschen sich diese Frage nach dem Leben nach dem Tod stellen und den ersten Schritt erfüllen, den Jesus vorschreibt. Das erste, was wir tun müssen, um  ewiges Leben zu erlangen, das ist das Erfüllen der Gebote, das Halten der 10 Weisungen Gottes. Und da schaut es in der heutigen Zeit ja oft nicht so rosig aus. Wir, die wir die Sonntagsmesse heute ernst genommen haben und damit das 3. Gebot erfüllt haben und sicherlich auch die anderen Gebote ernst nehmen, wir haben uns sicherlich diese Frage immer wieder gestellt und versuchen den Wunsch Jesu zu erfüllen, indem wir eben auch seine Gebote nicht brechen, sondern versuchen diese zu halten. Amen.

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