6. Sonntag im Jahreskreis
2018 B
logo
Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Ein Rabbi verließ einmal seine Schüler und wird von ihnen gefragt, was er denn jetzt tue: „Ich gehe, um ein frommes Werk zu tun.“ „Welches denn?“, fragten die Schüler. „Ich gehe ins Bad.“ „Ins Bad? Was ist denn daran fromm?“ stutzten die Schüler.

Der Rabbi tut das, was uns Paulus im Korintherbrief ans Herz legt. „Ob ihr esst oder trinkt: tut alles zur Verherrlichung Gottes!“ Macht daraus ein frommes Werk! Auch bei uns Christen gibt es natürlich viele Heilige, die genau das gelebt haben. Der Wahlspruch des heiligen Ignatius lautet dementsprechend: Alles zur größeren Ehre Gottes! Auch hier wird ausgedrückt, dass ich nicht nur, wenn ich bete, beim lieben Gott sein kann, sondern alles dem lieben Gott schenken soll. Alles, was ich während des Tages tue, soll zur Ehre Gottes geschehen.

Die heilige Theresia von Avila legt ihren Mitschwestern folgendes ans Herz, die sich darüber beklagten, dass sie in der Küche arbeiten müssen, während die anderen Schwestern in der Kirche betrachten und bei Jesus sein dürfen: „Christus ist auch mitten unter den Kochtöpfen.“ Und dann drückt sie ähnlichen Gedanken wieder mit folgenden Worten aus. Sie sagt: Wenn fasten, dann fasten, wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn. Jetzt in der Faschingszeit ist noch nicht die Zeit des Fastens gekommen. „Es werden aber Tage kommen, da ist ihnen der Bräutigam genommen und dann werden sie fasten.“ Das hat Jesus schon vor 2000 Jahren angekündigt.

Es kommt also auf mich an, wie ich in den Alltag gehe. Christus ist da, wenn ich mich um die Kinder kümmere, wenn ich meinem Beruf nachgehe, wenn ich unterwegs auf der Straße bin. Er ist da, wenn ich Menschen begegne. Ich kann den Tag schon mit der guten Meinung beginnen, dass ich alles, was ich heute tue zur Ehre Gottes tue, für Jesus. Vor jeder Arbeit kann ich das erneuern. Es soll zur Ehre Gottes geschehen.

Viele wollen fröhlich sein in diesen Tagen. Selbst da ist Christus da. Er liebt die Fröhlichkeit, nicht die Ausgelassenheit. Der Heilige, der für die Fröhlichkeit passt, ist besonders der hl. Philipp Neri. Er war immer zu Scherzen aufgelegt und versuchte dadurch die Leute aber zum Nachdenken zu bringen und näher zu Jesus hinzuführen. Und als sie ihn immer mehr schon zu Lebzeiten als Heiligen verehrt haben, wollte er das nicht und hat Verrücktes getan, um von diesem Ruf loszukommen. So zeigte er sich neugierigen Leuten, die von weit her kamen, um diesen im Ruf der Heiligkeit stehenden Priester zu sehen, mit einem halb rasierten Gesicht. Auf der einen Seite einen Bart, auf der anderen Seite keinen. Diese schüttelte den Kopf und gingen befremdet wieder weg. Das kann doch kein Heiliger sein. Das ist ein kleiner Verrückter! Andere aber, die Philipp näher kannten, wussten, dass dies Absicht von ihm war und so gelang es ihm eigentlich nicht, diesen Ruf los zu werden, sondern es geschah in seinem Umfeld gerade das Gegenteil, dass man ihn noch mehr schätzte.

Tun auch wir alles zur Ehre Gottes! Versuchen wir es! Ob wir essen oder trinken, ob wir schlafen oder wachen, ob wir spielen oder arbeiten. Der liebe Gott soll immer dabei sein und dann geschieht das, was Paulus uns allen vorgelebt hat. Dann sind wir immer bei Gott. Amen.

logo
piwik Datenschutz
© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email