2. Adventssonntag B 2020
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2. Adventssonntag 2020 B

Messtexte | Word-Dokument

„Bereitet dem Herrn den Weg!“ So ruft uns Johannes der Täufer zu. Der vierwöchige Advent ist die Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten. Gott will zu uns kommen. Und er will in erster Linie in unser Herz kommen. Dazu gehören nicht nur die äußeren Vorbereitungen, die Geschenke, das Saubermachen, das Einkaufen, usw. sondern dazu gehört besonders auch die innere Vorbereitung. „Bereitet dem Herrn den Weg.“ Es wäre gut, wenn die äußerlichen Vorbereitungen uns daran erinnern, dass wir in uns aufräumen, dass wir die Sünden in einer guten Beichte aufräumen, dass wir diesen Schutt weggeben, sodass sich Jesus in uns wohlfühlt nach dem Motto von Angelius Silesius, der den bekannten Satz geschrieben hat: „Wäre Jesus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir, du wärest dennoch ewiglich verloren.“

Johannes der Täufer lebt und predigt in der Wüste. Die Wüste ist der Ort der Einsamkeit. Suchen sie ebenfalls immer wieder in diesen Wochen stille Zeiten für sich, die ihnen ganz persönlich gehören, wo sie niemand stört. Die stille Zeit des Betens, die Zeit des Alleinseins mit Gott ist immer wieder wichtig. Auch die Kirche ist so ein Ort der Stille. Der Mensch braucht die Zeit des inneren Auftankens. Nehmen sie sich die Zeit zum Gebet vor dem Adventkranz. Vielleicht gelingt es manchmal sogar mit der ganzen Familie.

Wenn ein Zimmer nicht aufgeräumt ist, dann schaut es aus wie verwüstet. Wenn ein Sturm alles zerstört, dann ist Verwüstung. In der Wüste kommen manchmal solche Stürme, die die Sanddünen groß machen. Wir aber brauchen einen anderen Sturm. Wir brauchen einen Sturm, der unsere Sünden aus unserem Herzen wegbläst. Wir brauchen einen Sturm, der nicht verwüstet, sondern einen Sturm, der mit den Sünden aufräumt. Vielleicht könnte man sagen, dass so ein Sturm in der heiligen Beichte bläst, wenn uns Jesus die Sünden wegbläst, d.h. nachlässt und vergibt. Suchen wir also zuerst die Stille, in der wir Gewissenserforschung machen können und gehen wir dann zum Sturm im Beichtstuhl über. Suchen wir zuerst alles, was der Sturm wegfegen soll. Suchen wir in unserem Zimmer Dinge, die nicht hineingehören und sagen wir dem lieben Gott dann das, was er wegfegen muss. Der Wind soll all das, was stört, wegblasen. Wir wissen, dass die Beichte sogar all diese Dinge vernichtet. Das Herz wird befreit von diesem Schmutz.

Wenn wir in diese Richtung gehen, dann bereiten wir uns gut vor auf das Kommen unseres Herrn, dann hören wir den Rufer in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Macht eben die Pfade! Dann ist kein Gerümpel im Weg. Dann kann der Herr kommen, und Johannes hat nicht umsonst in der Wüste gepredigt. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2021