Hochfest der Unbefleckten Empfängnis 2020
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Hochfest der Unbefleckten Empfängnis 2020 B

Messtexte | Word-Dokument

Vor 190 Jahren, im Jahre 1830, geschah in Paris in der Rue de Bac etwas Außergewöhnliches. Die Muttergottes erschien der Klosterschwester Katharina Labouré. Die Erscheinungen und die Klosterschwester sind relativ unbekannt geblieben, aber der Wunsch der Muttergottes hat sich in der ganzen Welt verbreitet. Sie hat sich gewünscht, dass eine Medaille geprägt wird. Wer diese trägt wird viele Gnaden bekommen. Die Medaille wurde bekannt als die wundertätige oder wunderbare Medaille.

Was hat diese Begebenheit mit unserem heutigen Fest zu tun?

Sr. Katharina sah, wie die Medaille aussehen sollte. Auf der Rückseite sah sie ein M für Maria, darüber das Kreuz für Christus. Darunter ist rechts das unbefleckte Herz Mariens mit dem Schwert durchbohrt und links das heiligste Herz Jesu mit Dornen gekrönt. Rundherum sind 12 Sterne abgebildet. Wir können an die 12 Apostel denken oder auch an die 12 Stämme Israels. Auf der Vorderseite steht die Muttergottes mit ausgebreiteten Armen. Strahlen gehen von ihren Händen nach unten, die die Gnaden symbolisieren, die sie an alle vermitteln möchte, die die Medaille tragen. Und nun sieht Katharina Labouré, wie sich um die heiligste Jungfrau ein ovaler Lichtrahmen bildet mit der Inschrift: „O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen“.

Damals, also im Jahre 1830, sah diese Schwester die Schrift, die aussagt, dass Maria ohne Sünde empfangen ist. 1854, 24 Jahre später, hat die Kirche das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis verkündet. 1858, wieder vier Jahre später, hat die Gottesmutter in Lourdes dies bestätigt, indem sie sich der jungen Bernadette Soubirous mit den Worten zu erkennen gab: Ich bin die Unbefleckte Empfängnis.

Da Maria ohne Sünde und ohne Erbsünde war, ist sie die Erfüllung des Protoevangeliums. Im ersten Buch der Heiligen Schrift lesen wir: „Gott der Herr sprach zur Schlange: Feindschaft stifte ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf und du triffst ihn an der Ferse.“ Die Kirche hat das auf Christus und Maria bezogen. Christus und seine Mutter zertreten der Schlange den Kopf und besiegen sie damit. Sie waren beide ohne Sünde!

Auf der wunderbaren Medaille ist unter den Füßen Mariens eine Schlange abgebildet. Oftmals wird die Immaculata als Statue und auf Bildern, so dargestellt, dass unter ihren Füßen die Schlange zu sehen ist. Die Schlange, die ein Symbol natürlich für den Teufel ist, wird von ihr zertreten. Sie hat den Teufel dadurch besiegt, dass sie „Ja“ gesagt hat zur Menschwerdung Gottes. Als ihr der Engel Gabriel die Botschaft brachte und sie mit „voll der Gnade“ anredete, ist damit dieses Geheimnis ausgedrückt. Nur der ist voll der Gnade, wer nie in den Stricken des Teufels durch die Erbsünde gefangen war. Mit dem Hochfest der Immaculata ehrt die Kirche die Gottesmutter als Unbefleckte Empfängnis. Zur Freude der Christenheit gibt es dieses Fest. Auch wenn der Teufel uns immer wieder versucht, auch wenn wir immer wieder versagen und sündigen, letztlich wurde er besiegt durch Christus und mit Hilfe des Ja-Wortes der Gottesmutter. Wer sie verehrt, wer ihre Medaille trägt, auf der die Worte stehen „O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen.“, wird von ihr nicht verlassen werden und wird mit Gnaden auf ihre Fürsprache beschenkt werden, um das ewige Ziel zu erreichen. Tragen wir mit Vertrauen diese Medaille und suchen wir immer wieder den Schutz der Unbefleckten Empfängnis. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2021