2. Sonntag nach Weihnachten 2021
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2. Sonntag nach Weihnachten 2021 B

Messtexte | Word-Dokument

„Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.“ So beginnt Johannes sein Evangelium. Und das Alte Testament beginnt mit folgenden ähnlichen Worten: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und Gott sprach: Es werde Licht.“ Wenn Gott nicht gesprochen hätte, dann wäre die Schöpfung nicht, dann wäre nichts. Dann gäbe es keine Zeit, keine Materie, kein Weltall, gar nichts. Das ist unvorstellbar und für uns undenkbar. Aber Gott hat gesprochen. Alles wurde durch sein Wort. Deshalb ist nicht nichts, sondern deshalb gibt es uns und die sichtbare und unsichtbare Welt.

„Und dieses Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ Dieses Wort hat dann sogar vor 2000 Jahren als Mensch zu uns gesprochen. Wir sind von Gott durch die zweite göttliche Person auch als Mensch angesprochen worden.

Wenn wir Menschen keine Worte sprechen, nicht miteinander reden, dann ist das schlimm. Sie kennen vielleicht diesen schrecklichen Versuch, dass man die Ursprache herausfinden wollte und man mit den Babys nicht gesprochen hat. Die Spannung wuchs! Welche Sprache werden sie sprechen? - Sie sind alle gestorben. Wir leben, weil wir von Gott angesprochen sind. Gott hat uns angesprochen, weil er uns liebt. Und er hört nicht auf, zu uns zu sprechen. Würde er nicht mehr zu uns sprechen, würden wir auch sterben.

Wie spricht Gott zu uns? Er spricht durch das Gewissen zu uns. Im Gewissen hören wir, was er von uns will. Er spricht zu uns, wenn wir in der Heiligen Schrift seine Worte wieder lesen und uns zu Herzen nehmen.

Und auch wir sprechen. Wir sollen sprechen! Wir sollen allerdings auch überlegen, was wir sprechen. Wie viele Worte sprechen wir an einem Tag? Wir sprechen gute und freundliche Worte, die Liebe schenken und andere glücklich machen. Wir sprechen wichtige und ermahnende Worte, die belehren. Wir sprechen unnütze und überflüssige Worte, die andere langweilen. Wir sprechen belanglose und leere Worte, die wir uns sparen könnten. Wir sprechen vielleicht auch manchmal böse Worte, die verletzen und andere traurig machen.

Worte spielen also in unserem Leben eine wichtige Rolle.

Sie kennen vielleicht das Märchen Rumpelstilzchen. Hier spricht ein Wort eine wesentliche Rolle. Der Name des bösen kleinen Männchens bringt die Entscheidung über Leben und Tod. Die Königin rettet ihr Kind, weil sie schließlich den Namen wusste. Dieses Wort Rumpelstilzchen brachte die Rettung und der kleine Wicht riss sich mitten entzwei.

Es gibt zwar einerseits den Spruch: Hättest du geschwiegen, wärest du ein Philosoph geblieben. Andererseits dürfen wir nicht zu überängstlich sein und nur immer schweigen, denn das kann auch bedrückend sein. Mit unserer Sprache können wir viel Gutes tun. Wir können trösten, aufrichten und ermahnen.

So hat auch Jesus durch sein Wort viel Gutes getan. Er hat andere geheilt, andere von den Toten auferweckt, andere getröstet, anderen Mut zu gesprochen und uns die frohe Botschaft gebracht.

„Alles ist durch das Wort geworden“, haben wir gehört. „Ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.“ Durch das Wort wurde erst die Schöpfung. „In ihm war das Leben.“ Das Wort hat Leben erschaffen. Das Wort ist Liebe und will von seiner Liebe abgeben. Gott spricht immer wieder zu uns. Es sind Liebesworte. Er sagt uns: Erinnere dich, dass du von mir geliebt bist. Für dich bin ich Mensch geworden. Für dich ist das Wort Fleisch geworden.

Man kann in dieser Weihnachtszeit diese frohe Botschaft nicht oft genug wiederholen. Freu dich darüber! Das Wort kam auf die Erde, um uns die Liebe Gottes zu zeigen. Auch wir dürfen darüber reden, es verkünden und allen diese Frohbotschaft sagen. Gott liebt uns Menschen so sehr, dass er selber Mensch wurde, auf dieser Erde gelebt hat und viel Gutes getan und durch Worte gesagt hat. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2021