Erscheinung des Herrn 2021
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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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Erscheinung des Herrn 2021 B

Messtexte | Word-Dokument

Ein Stern hatte den Weisen aus dem Morgenland die Geburt eines Königs angekündigt. Viele haben sich schon Gedanken darüber gemacht, was das für eine Himmelserscheinung wohl gewesen sein mag. Eine von verschiedenen Vermutungen ist, dass es eine seltene Sternenkonstellation war, nämlich ein Zusammentreffen der Planeten Jupiter und Saturn im Sternbild der Fische, was nur etwa alle 800 Jahre eintritt. Für die babylonische Sternkunde ist Jupiter der Stern des Weltenherrschers, Saturn der Stern Palästinas und das Sternbild der Fische war für sie ein Zeichen für die Endzeit. Daraus konnte man sich nach der damaligen Wissenschaft nur folgenden Reim machen: Der endzeitliche Weltenherrscher wird in Palästina geboren.

Am 21.12.2020 war tatsächlich diese besondere Planetenkonstellation, dass Jupiter und Saturn zusammentrafen und heller leuchteten. Leider war es nebelig an diesem Tag, und wir konnten es nicht sehen.

Aber ganz egal, ob Gott die Planeten überlappen ließ oder einen Kometen schickte, oder einen Stern explodieren ließ, eine sogenannte Supernova entstand oder ganz einfach einen Stern heller leuchten ließ, dieser Stern zeigte den Weg nach Bethlehem.

Die Weisen aus dem Morgenland haben also diese Himmelserscheinung gesehen und nachgedacht, was sie bedeutet. Sie haben das göttliche Rätsel geknackt und sich auf den Weg gemacht.

Es gibt einen Asterix und Obelix Film, da müssen die beiden auch ein Rätsel knacken, das ihnen große Schwierigkeiten machte. Sie müssen verschiedene Aufgaben lösen, und einmal müssen sie in einem Haus den Passierschein A38 bekommen. Sie werden durch das ganze Haus geschickt und bekommen immer wieder andere Formulare, die sie vorher brauchen, damit sie den Schein bekommen, bis sie ganz verrückt werden. Schließlich haben sie die Lösung und verlangen den Passierschein A39. Nun werden die Hausbewohner verrückt und rennen durch das ganze Gebäude. Als alle durchdrehen, verlangt er nochmals den Schein und bekommt ihn.

Bei den Heiligen Drei Königen ist es ein bisschen anders. Sie müssen auch etwas finden, das Kind in der Krippe, aber sie drehen nicht durch. Es ist jemand, den sie finden müssen. Sie wollen zum Kind, dem neugeborenen König der Juden. Sie gehen in Jerusalem in das Haus des Königs Herodes, und dieser fragt dann seine Gelehrten. Er muss nicht im ganzen Haus herumrennen, sondern bekommt gleich von seinen Schriftgelehrten die richtige Antwort, wo sie suchen müssen: In Bethlehem. So steht es bei den Propheten. Sie werden sofort zum richtigen Ort geschickt. Auch der Stern hat sie nicht durch die ganze Welt gelotst, sondern den direkten Weg nach Palästina und sie sind nicht verrückt geworden, sondern sie gingen in das Haus und beteten das Kind an.

Im Traum ist ihnen dann aufgetragen worden, nicht denselben Weg zurückzugehen. Sie sollen nicht zu König Herodes zurückgehen, sondern einen anderen Weg in ihr Heimatland gehen.

Wer bei Jesus war, wer Jesus gefunden hat, wird einen anderen Weg weitergehen. Er wird den alten Weg verlassen und mit dieser Frohbotschaft, dass Gott Mensch wurde, den neuen Weg gehen. Das ist der richtige Weg.

Vielleicht müssen wir nach Corona auch einen anderen, neuen Weg gehen. Hoffentlich gehen viele dann auch wieder mehr den Weg mit Gott.

Die Heiligen Drei Könige hatten auch eine Krone auf, eine Corona. Sie nahmen diese Krone ab und hatten die Demut einen anderen König anzubeten, der später eine Dornenkrone bekam. Legen wir Corona ab und beten wir das Kind in der Krippe an. Der Stern hat den Weg zur Krippe gewiesen. Dieses Kind wird uns den richtigen Weg zeigen, wie wir in Zukunft den Weg unseres Lebens gehen sollen. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2021