Christi Himmelfahrt B 2021
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Christi Himmelfahrt 2021 B

Messtexte | Word-Dokument

In der Lesung hörten wir genau diese Stelle, die zum heutigen Tag Christi Himmelfahrt passt. 40 Tage lang ist Jesus immer wieder den Aposteln erschienen, um sie von seiner Auferstehung zu überzeugen und um sie in diesem Glauben zu bestärken. Am 40. Tag nun ging sie auf den Berg und er wurde vor ihren Augen emporgehoben. Von diesem Ereignis fasziniert schauten sie immer noch nach oben, obwohl eine Wolke Jesus ihren Blicken entriss, und er schon lange nicht mehr zu sehen war. Da sprachen diese beiden Männer in weißen Gewändern, also zwei Engel, zu ihnen: „Was schaut ihr denn zum Himmel empor?“ Warum blickt ihr dauernd zum Himmel?

Sie waren noch wie erstarrt von dem, was gerade geschah. Das war doch wiederum sagenhaft, was sie eben erlebten. Leider sahen sie Jesus nun zum letzten Mal. Er kehrte dorthin zurück, von wo er herkam, um zur Rechten des Vaters zu sitzen. Wahrscheinlich spürten sie das im Herzen, dass dies nun wirklich ein Abschied von ihm war, dass er ihnen nicht wieder erscheinen wird, und vielleicht sehnten sie sich auch sehr nach dem Himmel.

In der heutigen Zeit müsste man den Leuten etwas ganz anderes sagen. „Was schaut ihr denn nicht zum Himmel?“ Warum ist euer Blick nicht auf das Himmlische gerichtet? Wie vielen Menschen ist der Himmel unwichtig? Wie viele sehen nur das Materielle, nur das liebe Geld, nur das Irdische, nur das Angreifbare! Leider machen sich heute nur noch wenige Menschen Gedanken über den Himmel. Es wird wenig Mühe auf sich genommen, um in den Himmel zu kommen! Das ist doch alles unsicher, meinen diese Menschen. Ein Leben nach dem Tod? Wer weiß? Ich genieße lieber dieses Leben hier auf Erden! Alles andere ist doch nicht bewiesen.

Es erinnert mich an die Anekdote, bei der ein Atheist, also ein Gottesleugner, und einer, der an Gott glaubt, zusammentreffen. Der Atheist sagte: Du armer Kerl. Was ist, wenn das alles vom Himmel nicht wahr ist. Dann hast du dich umsonst angestrengt. Und darauf antwortete aber schlagfertig der gläubige Christ: Und was ist, wenn das alles von der Hölle wahr ist. Dann bist du der arme Kerl.

„Warum schaut ihr denn nicht zum Himmel?“ Warum macht ihr euch darüber keine Gedanken? Warum kümmert ihr euch nicht um die ewige Glückseligkeit?

Damals mussten die beiden Engel, die Apostel zurückholen in die Wirklichkeit. Sie mussten sie erinnern, dass die Zeit noch nicht gekommen ist, wo sie Gott mitnimmt und ihnen diese ewigen Wohnungen zeigt.

Aber was geschah dann? Sie gingen traurig zurück. Sie haben sich eingeschlossen in ihre Zimmer. Sie hatten Angst vor den Römern. 10 Tage noch mussten sie in dieser Situation ausharren, bis der liebe Gott sie dann stärkte, bis er ihnen den hl. Geist gesandt hat, der ihnen wieder Kraft gab und sie so begeisterte, dass sie ohne Rücksicht auf Verluste den Glauben in die ganze Welt hinaustrugen.

Wie ist das manchmal bei jemand, der plötzlich doch diesen Blick zum Himmel bekommt, der plötzlich an Gott glaubt und die Sehnsucht zur ewigen Glückseligkeit im Herzen hat. Dieser schaut dann auch zum Himmel! Dieser sehnt sich nach dem Himmel, zieht sich vielleicht ebenfalls plötzlich zurück wie die Apostel und sperrt sich trübsinnig in sein Zimmer ein. Er verliert die Lebenslust und die Freude am Leben. Alles weltlich bedrückt ihn. Was ist mit diesem los? Ihm fehlt auch der Heilige Geist, der ihm Lebensmut gibt! Darum lasst uns jetzt in diesen 10 Tagen bis Pfingsten vermehrt um den Heiligen Geist beten! „Wer bittet, dem wird gegeben!“ An das erinnerte die Kirche uns an den eben begangenen Bitttagen. Bitten wir um den Heiligen Geist! Beten wir um seine Gaben! Wir werden einerseits den Blick zum Himmel haben. Das heißt, wir werden unvorstellbare Sehnsucht nach Gott haben, und wir werden andererseits aber auch die Freude an dieser Welt nicht verlieren. Amen.

Videolink zur Homilie (YouTube)


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2021