Hochfest der Gottesmutter 2021
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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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Hochfest der Gottesmutter 2021 B

Messtexte | Word-Dokument

„Ich sehe dich in tausend Bildern, Maria, lieblich ausgedrückt, doch keins von allen kann dich schildern, wie meine Seele dich erblickt.“ So beginnt ein Gedicht des deutschen Schriftstellers Novalis! Heute feiern wir am 1.1., dem Neujahrstag, das Hochfest der Gottesmutterschaft Marias. Ich weiß nicht, wie viele weitere Marienfeste es in einem Jahr gibt. Es sind zwar nicht tausend, aber es sind ganz viele. Jedes Marienfest zeigt uns ein anderes Bild von Maria. Diese vielen Marienfeste zeigen uns die Bedeutung Marias in der katholischen Kirche. Weil Maria die Menschen immer bewegt und fasziniert hat, bin ich auch überzeugt, dass in der Weltgeschichte über die Muttergottes am meisten Gedichte geschrieben wurden, dass sie von den Künstlern am öftesten gezeichnet wurde, dass es über die Jungfrau Maria am meisten Lieder gibt und dass am meisten Statuen auf der ganzen Welt von ihr vorhanden sind. Die Menschen drücken damit sicherlich ihren Dank dafür aus, weil sie oft geholfen hat. Sie wird deshalb verehrt und bewundert! „Ich sehe dich in tausend Bildern.“ Ich sehe dich in tausend Statuen, in tausend Gedichten und in tausend Liedern könnte man vervollständigen.

Diese Frau hat also die Menschheit am meisten beeindruckt. Viele haben schon die Erfahrung gemacht, dass Maria hilft, wenn man sie anruft und verehrt. Es geht einfach eine Anziehungskraft von dieser schönen Gestalt aus.

Auch im kommenden Jahr wird sie helfen, wenn wir sie nicht vergessen. Damit wir uns daran erinnern, hat die Kirche sie auch an den Anfang des weltlichen Jahres gestellt. Natürlich ist der Neujahrstag besonders die Oktav von Weihnachten, der achte Tag, und so soll uns Maria, die Hauptperson neben Jesus, nochmals vor Augen gestellt werden! Ohne das Ja-Wort dieser Frau gäbe es den Sohn nicht.

Aber auch der zweite Gedanke ist schön, wenn gerade die Gottesmutter das neue Jahr einläutet! Wenn wir mit Maria in das neue Jahr gehen, dann erinnern wir uns daran, dass auch mit Maria die Erlösung begann: mit ihrem Ja-Wort. So ist Maria immer der gute Anfang! Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr, dass sie an der Hand der Muttergottes gehen, und dass sie immer zu ihr aufblicken. Wenn sie sich von Marias Angesicht faszinieren lassen und neue Motivation schöpfen, werden sie wieder von ihr viel Kraft bekommen.

„Ich sehe dich in tausend Bildern“, sagt Novalis. Und doch habe ich ein noch wunderbareres Bild in meiner Seele, weil diese Schönheit niemand in Wort, Melodie und Bild ausdrücken kann, was Gott in Maria erschaffen hat. Sie ist ein Mensch, der immer den Willen Gottes getan hat in allen Stunden seines Lebens. Sie ist ein Mensch, der ohne Sünde war und der daher die Reinheit des Herzens widerspiegelt. Möge Gott auch uns viele Gnaden schenken für das neue Jahr, dass wir uns diesem Idealbild des Menschen ein bisschen annähern können. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2021