16. Sonntag im Jahreskreis B 2021
www. Predigtdienst.net
Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
Navigation

16. Sonntag im Jahreskreis 2021 B

Messtexte | Word-Dokument

Nachdem Jesus seine Jünger ausgesandt hatte, damit sie seine Botschaft vom Reich Gottes verbreiten, kamen sie nun zurück, versammelten sich bei Jesus und erzählten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Sie sollten aber nicht nur berichten, sondern sie sollten sich nun auch ausruhen und erholen. Sie sollen wieder neue Kraft schöpfen. „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht euch ein wenig aus!“ Dieser Satz passt sehr gut jetzt in die Urlaubs- und Ferienzeit. Ruht euch ein wenig aus!

Eine Maschine hat eine bestimmte Lebensdauer, die man im Vorfeld berechnen kann. Es ist normalerweise gleich, ob ihre Benutzungszeit an einem Stück oder in mehreren Zeitabschnitten abläuft. Der Mensch aber ist keine Maschine. Wir brauchen den Wechsel von Tag und Nacht, von Tätigkeit und Ruhe, von Anspannung und Entspannung. Nicht umsonst bestimmte Gott schon am Sinai in den zehn Geboten, dass sich der Mensch einen Tag in der Woche ausruhen soll.

Halte den Sonntag heilig! Gott selbst, so heißt es bei der Erschaffung der Welt, ruhte am siebten Tag. So dürfen auch wir am siebten Tag ausruhen.

Jesus hat seine Jünger ausruhen lassen. Wer dieses Sonntagsgebot nicht ernst nimmt, schadet sich selbst, seiner Gesundheit, seinem Körper und auch der Seele. Diese notwendige wöchentliche Ruhe braucht der Mensch. Manche meinen, ein Haus kann nicht gebaut werden, wenn man nicht auch am Sonntag daran arbeitet. Manche Bauern meinen, ich tue mir etwas Gutes, wenn ich am Tag des Herrn arbeite. Der liebe Gott aber weiß, warum er will, dass der Mensch am siebten Tage ruhen soll. Der Sonntag ist für den Menschen da. Es wäre schön, wenn wir wieder zu einer richtigen Sonntagskultur finden würden. Machen wir den Sonntag wieder zu dem, was er sein soll! Er soll herausgehoben sein! Er soll etwas Besonderes sein! Die Kleidung an diesem Tag in der Kirche ist die Sonntagskleidung. Daran erkennt man schon den Tag, wenn ich mit dieser Kleidung in die Messe gehe. Der Sonntag soll – so weit es geht – der Familie gehören! Vielleicht kann man an diesen Tag wenigsten ein gemeinsames Tischgebetmachen. Zum Sonntag gehört, sich Zeit nehmen für die Familie und vielleicht etwas gemeinsam unternehmen.

Letztlich gehört dazu die regelmäßige Sonntagsmesse, die bei vielen leider verloren gegangen ist, die aber der Höhepunkt des Sonntags sein sollte.

Jetzt in diesen heißen Tagen kann man sich wirklich ganz gut in einer kühlen Kirche bei der Eucharistiefeier ausruhen und Kraft schöpfen durch diese Gebete.

Der Sonntag sollte die Möglichkeit zu ausreichender Ruhe und Muße geben. Das religiöse, familiäre, kulturelle und gesellschaftliche Leben kann gepflegt werden. Es ist Zeit für Betrachtung, Besinnung, Stille, Bildung und guten Werken.

Wenn wir dies ernst nehmen, wird auch unser Leben gelingen. Die Sonntagsheiligung ist ein Gebot Gottes. Ein Gebot ist aber nicht so sehr ein Verbot, sondern eine Hilfe, dass unser Leben so verläuft, wie wir es uns alle erhoffen, dass es nämlich ein geglücktes Leben ist. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2021