17. Sonntag im Jahreskreis B 2021
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17. Sonntag im Jahreskreis 2021 B

Messtexte | Word-Dokument

Wir alle haben uns in unserer Wohlstandsgesellschaft schon daran gewöhnt, wenn wir z.B. etwas zu essen kaufen wollen, nur in das entsprechende Geschäft gehen müssen. Es kommt leider nicht selten vor, dass wir Essen übrig lassen, wogegen in anderen Ländern Menschen verhungern.

Zu Beginn der Coronapandemie war allerdings plötzlich auch bei uns eine Unsicherheit da, ob das auch weiterhin der Fall ist. Gott sei Dank ist das damals nicht ausgeufert, doch es ist ein bisschen ins Schwanken geraten, weil manche in dieser Unsicherheit die Geschäfte gestürmt haben.

Aber nicht nur beim Essen brauchen wir uns normalerweise keine Sorgen zu machen, auch bei vielen anderen Dingen. Bei uns fahren fast alle mit dem eigenen Auto. Viele Familien können sich sogar ein Zweitauto leisten. Es gibt Länder, in denen das nicht der Fall ist. Wir denken selten über diese Selbstverständlichkeit nach.

Am heutigen Christophorussonntag können wir da bewusst ein bisschen nachdenken, denn es ruft uns die MIVA zum Teilen auf. Wir sollen uns daran erinnern, dass Gott Nahrung für alle geschaffen hat. Und es braucht auch Transportmittel, damit die tatkräftige Hilfe in alle Gegenden der Welt ankommt.

Die Texte des heutigen Sonntags helfen uns dabei. Jesus, der schon wusste, was er machen wird, fragt seine Jünger im Evangelium interessanterweise: „Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben?“ Er ist tief betroffen vom Hunger der Menschen. „Wo sollen wir Brot kaufen?“ Diese Frage richtet er auch an uns. Was machen wir, dass dem Hunger der Menschen abgeholfen wird? Wie groß ist oft der Hunger nach Brot zum Essen, aber auch nach Nahrung für die Seele, nach dem Brot, das vom Himmel kommt.

Der Apostel Philippus ist ein kühler Rechner, ein gescheiter Kopf, der das schnell durchgerechnet hat: „Brot für 200 Denare reicht nicht aus.“ Antworten wir nicht auch oft so? Unser Verstand sagt uns: Es ist schwierig. Es reicht nicht aus. Und schon geben wir auf und sagen: Da kann man leider nichts machen.

Der Apostel Andreas ist nun mehr der Praktiker. Er ist der, der auch das Kleine sieht. So kann er zu Jesus sagen: „Hier ist ein kleiner Junge mit 5 Broten und zwei Fischen.“ Natürlich hat auch er große Zweifel, wie das gehen kann, und er sagt: „Was ist das schon für so viele?“ Aber er eröffnet doch neue Möglichkeiten. Er weist Jesus auf das hin, was zur Verfügung steht. Es ist wenig im Vergleich zur großen Menge der Menschen. Was kann man schon tun mit so wenig, wenn Tausende hungern? Und außerdem ist dann das eigenen Essen weg! Für Jesus und die Apostel würden die fünf Brote und zwei Fische gerade recht sein.

Da tut Jesus das Unerhörte und wirkt das Wunder. Er nimmt das Wenige, das da ist, dankt Gott dafür und teilt es aus. Und tatsächlich ist genug für alle da. Wenn das geteilt wird, was Gott geschenkt hat, ist genug für alle da.

Was heißt das für uns? Wie der Apostel Andreas sollen wir das Wenige sehen, das da ist. Wir sollen es nicht gering achten, sondern es Jesus, unserm Herrn, dankbar zur Verfügung stellen, damit er es austeilt. Dann ist genug für alle da.

Die Geschichte der MIVA passt also ganz gut zum Evangelium. Am Anfang stand die Einladung: Gebt aus Dankbarkeit für jeden unfallfrei gefahrenen Kilometer einen „ZehntelCent“ für ein Missionsfahrzeug. Einen Zehntel/Cent!? Zehntausend Euro braucht man, um ein kleines Auto zu kaufen, das würde der kühle Rechner Philippus sagen. Einen Zehntel/Cent - was ist das, wenn man ein Auto kaufen will? So würde der Praktiker Andreas fragen. Aber die Gründer der MIVA baten um das Wenige, legten es zusammen, und siehe da: Es war genug da zum Kauf von Fahrzeugen. Pro Jahr können etwa 1000 Fahrzeuge für die Mission finanziert werden. Welch großer Segen doch daraus erwächst, wenn Menschen dankbar das teilen, was Gott ihnen geschenkt hat!

Allen, die dafür spenden und mitwirken ein herzliches Vergelt´s Gott.

Bei der Christophorus Aktion ersucht Sie die MIVA heute unter diesem Motto „Für jeden unfallfrei gefahrenen Kilometer einen „ZehntelCent“ für ein Missionsauto“. Bei der Opfersammlung bitten wir sie, um diese Spende. Der „ZehntelCent“ steht dabei für einen symbolischen Beitrag, auch als Dank dafür, immer wieder gesund nach Hause zu kommen. Teilen wir deshalb unser Mobil-sein mit den Ärmsten dieser Welt. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2021