19. Sonntag im Jahreskreis B 2021
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19. Sonntag im Jahreskreis 2021 B

Messtexte | Word-Dokument

Wir hören jetzt immer wieder an den Sonntagen einen Teil der wichtigen Eucharistierede von Jesus. Heute begann das Evangelium mit dem Hinweis, dass die Juden murrten, weil Jesus gesagt hatte, dass er das Brot vom Himmel ist. In der Folge dieser Eucharistierede wird er sagen: „Das Brot, das er gibt, ist wahrhaft eine Speise und der Wein ist wahrhaft ein Trank!“ Und das Brot ist nicht mehr Brot, sondern der Leib Christi und der Wein ist nicht mehr Wein, sondern es ist sein Blut. Es ist nicht überraschend, dass dieses Wort Anstoß erregt: „Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch!“ Wer kann das fassen? Es ist für unseren Verstand nicht begreifbar. Es ist ein Wunder.

Im AT gibt es Stellen, die dieses Geheimnis vorbereiten. Da ist zum ersten das Manna, das die Juden bekamen, als sie 40 Jahre durch die Wüste zogen. Es ist ein Vorausbild für die Eucharistie. Es stärkte sie auf diesem mühsamen Weg durch die Wüste.

Eine weitere Stelle ist die, die wir in der Lesung hörten. Der Prophet Elija ist auch auf dem Weg, und er bekam Brot vom Engel, das ihn stärkte. Vierzig Tage und vierzig Nächte war er unterwegs zum Gottesberg Horeb. Wiederum die Zahl 40, die in der Bibel oft vorkommt. 40 Tage wird Jesus in der Wüste fasten. Diese Stärkung des Elija durch den Engel mit Brot ist ebenfalls ein Vorausbild für die Eucharistie, für die heilige Kommunion.

Denn die Kommunion ist für uns auch eine Stärkung, damit wir den Weg zu Gott leichter gehen können.

Die Kommunion ist Jesus selbst, der sich für uns am Kreuz hingegeben hat. Wenn der Priester sagt „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“ sagt er das, was Jesus im Abendmahlssaal am Tag vor seinen Tod gesagt hat. Jesus hat damit auf seinen Tod hingewiesen. Er weiß bereits, dass er für uns sterben wird. Er weiß, dass er uns dadurch erlösen wird. Er geht in aller Freiheit für uns in den Tod. Er tut es aus Liebe für uns Menschen. Daher ist die Messe, die wir feiern und bei der wir an dieses Geheimnis denken, das Opfer Jesu Christi. Er opfert sich für uns. Er gibt sein Leben hin für uns, um alles wieder gut zu machen, was durch Adam und Eva schief gelaufen ist.

Auf den Tabernakeln ist manchmal ein Pelikan zu finden. Warum? In der christlichen Kunst ist der Pelikan Symbol für den Opfertod Jesu Christi. Im Physiologus, das ist eine frühchristliche Naturlehre, steht, dass die Pelikaneltern ihre widerspenstigen Jungen töten, die ihre Anordnungen nicht befolgen. Drei Tage trauern die Eltern und bereuen ihre Tat. Am dritten Tag sticht sich die Mutter mit dem eigenen Schnabel in ihr Herz. Mit dem herausfließenden Herzblut kann sie ihre Jungen wieder zum Leben erwecken, sie selbst stirbt allerdings. Diese Tat des Pelikans ist also auch ein Sinnbild für den Opfertod Jesu, der uns durch seinen Tod ewiges Leben geschenkt hat.

Viele verstehen nicht, warum sich Christus für uns opfern musste. Warum verlangt Gott Vater so eine tat von seinem Sohn? Und da müssen wir immer wieder betonen: Christus tat es freiwillig aus Liebe. Wir werden daran erinnert, dass die Sünde keine Lappalie, sondern eine Beleidigung Gottes ist, die gesühnt werden muss. Besonders der erste Sündenfall war deswegen so schlimm, weil der Mensch zum ersten Mal sich von Gott entfernt hat und zum ersten Mal das göttliche Gebot übertreten hat, obwohl er in der Gnade Gottes stand. Dieser Sündenfall hat sich seither immer wiederholt, wenn der Mensch gegen sein Gewissen handelte und Schuld auf sich lud.

Gott wollte nun nicht, dass der Mensch für immer von der Anschauung Gottes ausgeschlossen ist und deswegen sandte er seinen Sohn, der diese Erbschuld wieder gut machte. Er hat die Menschheit sogar auf eine höhere Stufe gestellt und etwas Gutes aus diesem Unheil gemacht. Er hat uns auf dieser Erde die Eucharistie geschenkt, sodass wir in geheimnisvoller Weise uns schon hier auf Erden mit Gott verbinden können, was dann in vollkommener Weise in der Ewigkeit uns geschenkt wird. Daher wollen wir immer dankbar für dieses Geschenk sein, mit Andacht bei der Feier der Eucharistie dabei sein und dieses Geheimnis mit viel Liebe mitfeiern. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2021