20. Sonntag im Jahreskreis B 2021
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20. Sonntag im Jahreskreis 2021 B

Messtexte | Word-Dokument

Wir erinnern uns heute bei diesem schönen Marienfest, dass Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde! Was sagt uns dieses Fest? Warum hat der heilige Vater Papst Pius XII. diese Glaubenswahrheit 1950 zum Dogma erhoben?

Wir glauben, dass Maria nicht nur mit der Seele im Himmel ist, sondern bereits auch mit ihrem Leib in den Himmel aufgenommen wurde. Dieses Fest lenkt unseren Blick nach oben. Dieses Fest will nicht nur Maria in besonderer Weise ehren. Pius XII. hat dieses Dogma nicht nur zur Ehre der Gottesmutter verkündet, die eben mit dieser unvorstellbaren Gnade von Gott ausgezeichnet wurde, sondern die Kirche will uns erneut an den Himmel erinnern. Sie möchte am 15. August wieder hinweisen, dass es nach dem Tod nicht einfach aus ist. Sie erinnert uns, dass wir auf dem Weg sind, der zur Ewigkeit führt. Sie möchte uns quasi zurufen. „Denk daran, dass die Zeit, mündet in die Ewigkeit.“ „Du bist nur einmal auf dieser Welt und du bist berufen und geschaffen einmal für immer bei Gott zu sein.“ Und Maria hat dieses Ziel erreicht. Sie ist bereits angelangt. Sie ist dort angelangt, wo wir alle einmal sein sollen. Gott will, dass alle in den Himmel kommen.

Maria Himmelfahrt möchte uns also sagen, dass es einen Himmel gibt. Wir leben hier auf Erden und sollen so leben, dass wir am Ende in diese ewigen Wohnungen eingehen können. Dieses Glaubensgeheimnis sagt uns, dass Maria dort auf uns wartet und zwar mit dieser besonderen Auszeichnung. Jesus hat sie bereits mit Leib und Seele dorthin aufgenommen, genauso wie er auch bereits mit dem Leib im Himmel ist, denn das Grab war ja leer.

Leider gibt es zu diesem Fest nur die mündliche Überlieferung und keine eigene Bibelstelle. Wir sehen aber die Spuren dieses Festes ganz deutlich in der Tradition. Wenn wir zurückblicken, finden wir Hinweise, dass die Kirche bereits im 5. Jahrhundert dieses Fest gefeiert hat.

Im Evangelium haben wir deshalb den Gang Marias zu ihrer Verwandten Elisabeth hören. Dieser Weg ist eine Art Gleichnis für ihren Weg zum Himmel. Der Gang Marias zu ihrer Verwandten versinnbildlicht ihren Heimgang zu Gott. Es ist ein Gang über´s Gebirge, also über alle Gebirge zu Gott in der Höhe. Sie geht ihn eilends. Sie kann es kaum erwarten.

Bei Elisabeth angekommen wird sie ihren Schöpfer preisen. Sie wird ihn loben mit den Worten: Großes hat der Herr an mir getan.

Das ist wahr. Großes hat er an ihr vollbracht, nicht nur mit diesem Glaubensgeheimnis. Großes hat er an ihr getan, weil sie Mutter Gottes geworden ist. Großes hat er bereits am Anfang ihres Lebens, bei ihrer Empfängnis, gewirkt. Großes wirkt er am Ende ihres Lebens.

Dieses Große hat die Menschen von Anfang an fasziniert. Ganz viele Bilder von Künstlern gibt es, die dieses Glaubensgeheimnis gemalt haben.

Großes hat Gott an Maria getan und Großes will Maria nun auch an uns tun. Großes hat sie bereits getan. Wir brauchen nur zu den vielen marianischen Wallfahrtsorten hinblicken. Besonders sehen wir es in unserem Land, wenn wir nach Mariazell blicken. Dort wird sie als „magna mater austriae“ verehrt, als „große Mutter Österreichs“. Das heißt also, dass Maria in der Gnade groß ist, dass sie Großes tut an uns bis in die heutige Zeit. Sie hilft. Sie legt bei Gott Fürsprache ein und viele sind schon auf Grund ihrer Bitte an die Gottesmutter gesund geworden, erhört wurden und im Glauben gestärkt worden. So wie Maria Elisabeth beigestanden ist und geholfen hat, die noch im Alter ein Kind empfangen hat, so hilft sie der ganzen Menschheit, wenn sie ihre Zuflucht zu ihr nimmt. Sie ist die große Gnadenmittlerin. Sie ist die große Fürsprecherin bei Gott, bei Jesus ihrem Sohn. Wir wollen das nie vergessen, zu ihr zu beten, sie anzurufen, sie um ihre Hilfe zu bitten, und besonders um die Hilfe, dass wir einmal für immer mit ihr in der ewigen Glückseligkeit sein dürfen. Dann können auch wir einmal sagen. Großes hat Gott an mir getan auf die Fürsprache Marias. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2021