21. Sonntag im Jahreskreis B 2021
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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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21. Sonntag im Jahreskreis 2021 B

Messtexte | Word-Dokument

Ich möchte ihnen als Einstieg zwei Katechismusfragen stellen:

1. Was ist die hl. Kommunion?

2. Was sind die Bedingungen für den würdigen Empfang der hl. Kommunion?

Der Katechismus beantwortet die Fragen folgendermaßen:

1. Kommunion kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Vereinigung. Eine tiefere und mächtigere Vereinigung zwischen Gott und Mensch hier auf Erden ist nicht denkbar.

 2. Die Bedingung für einen würdigen Empfang der Kommunion ist erstens das Freisein von schwerer Sünde. Zweitens muss ich die rechte Absicht haben. Und drittens wird die Nüchternheit eine Stunde vor Empfang der Kommunion verlangt. Eine Stunde vorher darf ich nichts essen. Wasser und Medizin sind ausgenommen.

Warum gibt es diese Bedingungen? Die Kirche hat immer diesen Evangeliumtext ernst genommen. Es ist das Ende der eucharistischen Rede. Jesus sprach von seinem Fleisch, das er uns zur Speise geben möchte und von seinem Blut, das ein wahrer Trank ist, und viele können es nicht glauben und gehen weg: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Das gibt es doch nicht! Der Streit unter den Juden und die Reaktionen, das Weggehen, das Verlassen Jesu, beweisen, dass die Juden die Aussage Jesu wörtlich aufgefasst haben. Das kann er unmöglich ernst meinen. Alle heutigen Versuche diese Worte symbolisch aufzufassen schlagen also fehl. Jesus sagt eben nicht: „Das Brot, das ich euch geben werde, ist ein Symbol meines Fleisches. Das Brot ist ein Zeichen für mich. Da sollt ihr an mich denken und dadurch bin ich euch nahe.“ Das wäre für die Juden annehmbar gewesen. Das ist auch für viele von uns annehmbar. Wenn wir das Brot brechen, dann ist uns Jesus nahe, dann denken wir an Jesus. Wie oft versuchen leider auch Priester so dieses Geheimnis abzuschwächen und glauben, dass es dadurch annehmbarer und leichter zu glauben wird. Nun müssen wir dazu sagen, dass das viel zu wenig ist. Dann hätten die Juden nicht streiten brauchen. Dann wäre das für sie akzeptierbar gewesen. Dann hätten sie nicht Anstoß daran genommen, sich aufgeregt und gemurrt. „Seine Rede ist unerträglich!“ Trotzdem bleibt Jesus dabei.

Was antwortet er? Er fragt sie: Wollt auch ihr gehen? Ihr könnt gehen, wenn ihr es nicht glaubt! Wer dies nicht glaubt, ist nicht katholisch. Und zu jedem von uns sagt Jesus auch heute: Willst auch du gehen? Keiner wird gezwungen, zu bleiben. Wer aber bleibt, muss seinen Glauben bekennen. Ich kann mir nicht die Rosinen des katholischen Glaubens herauspicken. Ich muss alles annehmen. Der katholische Glaube ist kein Supermarkt, wo ich durchgehe und mir das, was mir gefällt, mitnehme.

Jeder Mensch wählt gern aus! Niemand nimmt das Ganze! Hier aber liegt die Kraft des katholischen Glaubens! Unser Glaube ist der Glaube des „Alles oder Nichts“, können wir sagen. Man kann nicht ein bisschen katholisch sein. Ich kann nicht 5 Dogmen annehmen und 3 Dogmen ablehnen. Wenn du eines ablehnst, bricht am Ende alles in Stücke.

Weil es also bei dieser Frage der Eucharistie um etwas ganz wichtiges geht, um etwas ganz entscheidendes, gibt Jesus nicht nach. Es ist wirklich sein Fleisch und sein Blut, das er uns schenken will. Bei jeder hl. Messe opfert er sich auf´s Neue. Im Hinblick auf seinen Tod am Kreuz, wo er sein Leben hingibt für uns, wo er sich uns schenkt, erklärt er ihnen, was bei der hl. Messe, die seine Priester feiern werden, geschieht. Er wird gegenwärtig. Er ist da. Wer dieses Brot isst, wird mit ihm leben in Ewigkeit. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2021