3. Sonntag im Jahreskreis B 2021
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3. Sonntag im Jahreskreis 2021 B

Messtexte | Word-Dokument

Morgen, am 25.1., ist der Gedenktag der Bekehrung des hl. Paulus. In der ersten Lesung hörten wir von Jona. Jona und Paulus, diese beiden Männer, kann man gut vergleichen. Sie haben vieles gemeinsam, aber auch bezeichnende Unterschiede können wir feststellen!

Jona ist zuerst der Ausreißer, der vor Gott flieht. Doch gerade den braucht Gott. Der Ruf Gottes erreicht ihn, doch er ist ein Feigling, der flüchtet und sich auf dem Schiff versteckt. Jona merkt jedoch sehr bald, dass er vor Gott nicht davonlaufen kann. Es kommt der Sturm. Man erkennt, dass er der Schuldige ist. Jona gibt es zu und will, dass man ihn ins Wasser wirft. Der Sturm legt sich. Er wird von einem Fisch verschluckt, ist drei Tage im Bauch des Fisches, wird an Land gespuckt und entschließt sich, doch nach Ninive zu gehen. Jona bekommt eine zweite Chance. Er geht in die große Stadt und predigt in Ninive die Umkehr. Gott wirkt nun durch Jona. Die ganze Stadt bekehrt sich tatsächlich. Damit ist er ein wichtiges Werkzeug Gottes geworden.

Genauso ist es beim heiligen Paulus! Bei ihm ist es zuerst noch schlimmer. Er verfolgt sogar am Anfang die Christen. Sein Bekehrungserlebnis auf dem Weg nach Damaskus ist einmalig. Er will dort die Christen aufspüren und ins Gefängnis werfen. Doch nun schreitet Gott selbst ein. Christus selbst blendet ihn: Warum verfolgst du mich? Er fällt zu Boden und ist einige Zeit blind. Auch er merkt dadurch, dass ihn Gott für etwas Großes braucht.

Ich staune über die große Gnade Gottes bei Jona. Gott braucht einen Versager wie Jona, um Menschen zum Glauben zu führen.

Ich staune auch über die große Gnade Gottes bei Paulus. Gott braucht einen Fanatiker wie Paulus, der zuerst der ärgste Feind der Christen war, um so und so viele zum Christenglauben zu führen.

Da kann man aufatmen und beruhigt sein. Wenn Gott solche feigen Leute wie Jona gebraucht, dann kann er auch jeden von uns noch gebrauchen. Wenn Gott solch sündige Leute wie Paulus gebraucht, dann sind auch wir für Gott zu gebrauchen.

So kann Gott selbstverständlich jeden Menschen gebrauchen. Keiner ist ein Jona. Keiner ist ein Paulus. Jeder hat seine Schwächen und seine Fähigkeiten. Jeder wird von Gott gerufen. Für jeden hat er einen Auftrag. Wir sollen nur bereit sein, uns gebrauchen zu lassen.

Wir sind wie ein schmutziger und zerknitterter Briefbogen, auf den Gott seine Nachrichten schreibt und den er dann den Leuten unter die Nase hält. Das ist meine Botschaft an euch.

Oder umgekehrt können wir es auch sagen. Wir sollen wie ein Bleistift sein, mit dem Gott einen Liebesbrief schreiben kann.  

Vielleicht sind wir ein anderes Werkzeug Gottes. Dominikus Savio sagt zu Don Bosco: Ich bin der Stoff. Sie sind der Schneider. Machen sie ein schönes Gewand aus mir für den lieben Gott.

Wir wollen uns gebrauchen lassen. Lassen wir uns nicht von Menschen, sondern von Gott benützen! Er wird dann etwas Gutes daraus machen.

So wie Jesus die Fischer am See Genezareth zuerst gerufen hat, und dann, weil sie ihm nachgefolgt sind, für seinen Auftrag benützen konnte, so ruft er auch uns. Mit jedem hat Gott etwas vor. Wir alle sind zweifellos zur Heiligkeit gerufen, dass wir die Liebe Gottes verkünden, und dass wir die Liebe Gottes ausstrahlen und im Alltag versuchen zu leben. Der liebe Gott möge uns auch konkret sagen, für was er mich heute und in Zukunft braucht.

Folgen wir dadurch Jesus nach! Fragen wir immer wieder nach seinem Willen und bitten ihn, diesen Willen in unserem Leben umsetzen zu können. Amen.

Video-Link zur Homilie (YouTube)


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2021