Ostersonntag B 2021
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Ostersonntag 2021 B

Messtexte | Word-Dokument

Heute an Ostern dürfen wir uns freuen. Wir Christen haben gut lachen. Wir haben wirklich guten Grund zur Freude, weil Jesus lebt. Lassen wir uns von den Einschränkungen nicht diese schöne Osterfreude nehmen. Der Tod ist besiegt und Christus auferstanden. Jetzt können wir sogar über den Tod lachen.

Sie kennen vielleicht diesen Witz. Was steht auf dem Grabstein eines Mathematikers: „Damit habe ich nicht gerechnet.“ Auf dem Grabstein von Jesus, der weggerollt ist, steht: „Damit habt ihr nicht gerechnet.“ Keiner von den Aposteln, keiner von den Frauen, keiner von den Freunden Jesu hat damit gerechnet, obwohl Jesus immer wieder davon gesprochen hat, dass er auferstehen wird. Aber sie verstanden nicht, was das bedeutet: von den Toten auferstehen. Jetzt wissen sie es. Zwar musste Jesus bei manchen von ihnen viel Geduld haben und gehörig nachhelfen. Thomas z.B. konnte es nicht fassen und konnte erst glauben, als er die Wunden Jesu berührt. Bei den Emmausjüngern sagt Jesus schließlich fast ein bisschen verzweifelnd: Versteht ihr immer noch nicht? Musste der Messias nicht all das erleiden? Schließlich nahm er das Brot, und jetzt endlich erkennen sie ihn und können glauben, dass er lebt. Eiligst laufen sie zurück nach Jerusalem und verkünden es den Aposteln, die bereits glauben können und sich freuen, weil Jesus inzwischen auch dem Petrus erschienen ist.

Die erste Osterverkündigung aber oder, wenn sie wollen, die erste Osterpredigt kam zuerst aus dem Mund der Frauen. Jesus erscheint zuerst diesen Frauen, die zum Grab eilen, weil die Liebe sie dorthin drängte. Dafür werden sie belohnt, und sie sehen den Auferstandenen. Dies verkündeten sie sofort. Sie liefen zu den Aposteln und erzählten ihnen, was sie soeben erlebt haben. Sie verkündeten ihnen als erstes, dass Jesus lebt. Jesus selbst gibt ihnen diesen Auftrag: Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen.

Wir haben also glaubwürdige Zeugen der Auferstehung und dürfen diesen vertrauen. Sie haben sich das nicht eingebildet.

Das Grab war wirklich leer. Das müssen sogar die Römer bestätigen. Das Grab war bewacht von den Soldaten. Im Matthäusevangelium heißt es: „Plötzlich gab es ein starkes Erdbeben, weil ein Engel des Herrn vom Himmel herabkam, den Stein beiseite rollte und sich darauf niederließ… Die Wachen zitterten vor Angst, als sie ihn sahen, fielen zu Boden und blieben wie tot liegen.“ Diese Soldaten werden von den Hohenpriestern bestochen. Sie werden verführt, dass sie die Unwahrheit sagen. Es wird den Wächtern Geld gegeben mit der Forderung, sie sollen sagen: Als wir geschlafen haben, haben die Apostel den Leichnam gestohlen. Zwei große und gefährliche Fehler sind in diesen Anweisungen drin. Erstens dürfen Wächter gar nicht schlafen. Sie riskieren mit dieser Aussage ihren Job und vielleicht sogar als Strafe ihr Leben. 2. Schlafende Wächter können nicht sehen, wer den Leichnam gestohlen hat. Daher ist diese Unterstellung sowieso nicht zu beweisen.

Für uns konkret bedeutet der heutige Festtag, dass wir keine Angst haben müssen, vor gar nichts. Jesus ist als Auferstandener immer bei uns, auch wenn wir ihn nicht so sehen, wie damals diese Zeugen. Immer wieder möchte uns die Furcht befallen vor vielen Dinge. Wie geht es weiter mit der Pandemie? Werde auch ich einmal krank? Wie steht es mit der Zukunft, mit dem Beruf, mit der Familie, mit der Schule usw. Das sind sicher alles auch wichtige Dinge, über die wir nachdenken müssen, aber heute lassen wir alle diese Probleme weg und freuen uns über das Entscheidende. Das Wichtigste ist nämlich nicht das Leben hier auf Erden, sondern die Ewigkeit, und Jesus hat uns mit seinem Tod und seiner Auferstehung den Weg zum Himmel wieder möglich gemacht. Danken wir ihm dafür und jubeln wir! Frohlocken wir und gehen wir mit dieser großen Freude hinaus in die Welt. Christus ist auferstanden! Er lebt, und er will, dass auch wir einmal ewig bei ihm leben. Amen.

Videolink zur Homilie (YouTube)


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2021