13. Sonntag im Jahreskreis B 2024
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13. Sonntag im Jahreskreis 2024 B

Messtexte | Word-Dokument

Das heutige Evangelium berichtet von zwei unvorstellbaren Wundern. Zuerst heilt Jesus eine Frau, die seit 12 Jahren an Blutungen litt und dann erweckt er ein verstorbenes Mädchen wieder zum Leben.

Beide Wunder haben eines gemeinsam: Sie geschehen durch Berührung. Die kranke Frau drängte sich von hinten an Jesus heran und möchte ihn nur berühren. Sie vertraut fest darauf, dass allein das Anfassen ihr die Heilung bringt. Gott belohnt dieses Vertrauen, und sie wird auf der Stelle geheilt. Jesus spürte die Heilungskraft, die von ihm ausging, blickte sich um und bestätigte ihr, dass der Glaube ihr geholfen hat.

Ebenso ist es beim zweiten Wunder: Der Synagogenvorsteher bittet Jesus, dass er seiner Tochter die Hände auflegt. Er soll sie also auch berühren. Als er dann hinkam und das Mädchen tot im Bett lag, fasste er es an der Hand, berührte es also und erweckte es zum Leben mit den Worten: Mädchen, steh auf!

Jesus berührt und lässt sich berühren. Diese Berührung mit Jesus schenkt Heilung. Diese Berührung macht uns Menschen heil. Das ist nicht nur bei diesen zwei Wundern so. Wenn wir die Nähe Jesu suchen und uns von Jesus berühren lassen, schenkt er uns Heilung.

Wie können wir uns von Jesus berühren lassen? Er ist nicht mehr unter uns, doch hat er uns die Sakramente geschenkt. Jedes Sakrament ist eine Berührung Gottes. Wir wurden in der heiligen Taufe zum ersten Mal von Jesus berührt, die uns die heiligmachende Gnade wieder geschenkt hat. Bei der heiligen Firmung wurden wir erneut berührt. Bei jeder heiligen Beichte berührt uns Jesus auf besonderer Weise, indem er uns von den Sünden heilt. Die intensivste Berührung schenkt er uns in der heiligen Kommunion, die wir deshalb oft empfangen sollen. Er selbst ist in uns, in unserem Herzen, und wir werden gestärkt für unseren Lebensweg, um der Versuchung zu widerstehen, um die Sünde zu meiden und wir werden auch von lässlichen Sünden geheilt, die uns belasten und krank machen.

Es gibt nicht nur die Krankheit und den Tod des Leibes, sondern auch die Krankheit der Seele und den Tod des Herzens. Diese Krankheit drückt sich oft aus in Traurigkeit, Pessimismus und Freudlosigkeit. Es sind dies furchtbare Zustände, unter der unsere Gesellschaft oft leidet. Die weltlichen Freuden, die die Gesellschaft sucht, schenken oft nur kurze Zeit Ablenkung. Jesus jedoch schenkt wirklich Heil und echte Freude. Er erlöst von Krankheit und Sünde.

Er ruft jedem von uns auch heute zu: „Talita kum!“ - „Steh auf!“. Mach dich von deinen Sorgen frei. Ich rufe dich wieder zum Leben. Lass dich von seinem Ruf, von seiner Stimme, von seiner Lehre berühren. Diese Berührung wollen wir besonders in seinen Sakramenten suchen: insbesondere heute im Sakrament der hl. Messe. Lassen wir uns in dieser Eucharistiefeier von Jesus berühren. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2024