1. Adventssonntag
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Mit dem Advent treten wir wieder ein in die vierwöchige Vorbereitungszeit auf Weihnachten. In der Liturgie wird er sichtbar, weil die Farbe violett verwendet wird. Das Gloria (der Gesang der Engel auf dem Hirtenfeld zu Bethlehem) verstummt und erklingt erst wieder in der Christmette. Es beginnt also sichtlich etwas Neues. Die Kirche lässt sogar das neue Kirchenjahr mit dem ersten Adventsonntag beginnen.

Wie können wir als Christen den Advent sinnvoll leben? An was will die Kirche uns erinnern? Ich möchte Ihnen ein paar Aspekte aufzeigen, die in der Welt des Konsums nicht erwähnt werden und daher fast untergehen.

Advent heißt Ankunft. Wir bereiten uns vor auf die Ankunft des Herrn. Es ist die sehnsuchtsvolle Erwartung, dass Gott Mensch wurde. Es ist dies ein unfassbares Geheimnis, dass Gottes Sohn als Baby geboren wird. Damals vor über 2000 Jahren ist dies ein reales Geschehen gewesen. In Bethlehem hat Maria Jesus geboren und in eine armselige Krippe gelegt.

Wir können uns also zuerst einmal in Maria hineinversetzen und überlegen, wie sie sich auf die Geburt Jesu Christi vorbereitet hat. Nachdem sie “Ja“ zur Botschaft des Erzengels Gabriel gesagt hat, hatte sie 9 Monate Zeit sich auf die Geburt ihres Kindes vorzubereiten. Leider war eine ruhige besinnliche Vorbereitung nicht möglich, weil sie den langen Weg nach Bethlehem gehen mussten, um sich für den Kaiser aufschreiben zu lassen. Bei uns ist es leider auch oft so, dass wir uns zwar einen ruhigen und besinnlichen Advent vornehmen, der aber dann durch allerlei Termine zu einem Stress fast ausartet.

Und doch hat Maria in ihrem Herzen versucht, die Stille zu bewahren. Sie hat sich sicherlich auch im Gebet auf die Stunde der Geburt vorbereitet. Das kann ebenso für uns eine wichtige Option sein. Dazu gehören aber der feste Vorsatz und ein konkretes Überlegen, wann und wo ich mir diese Zeit zum Gebet nehmen werde.

Ein zweiter Heiliger begegnet uns oft in der Liturgie an diesen Sonntagen im Evangelium. Es ist Johannes der Täufer. Er ist der Vorläufer Jesu Christi und ruft den Leuten damals wie heute zu, sich durch Buße und Umkehr auf das Kommen des Erlösers gut vorzubereiten. Viele haben damals diesen Ruf gehört und auch getan, was Johannes angeboten hat: nämlich sich taufen zu lassen im Jordan. Es war dies das sichtbare Zeichen, die Sünden zu bereuen und sich zu bessern. Wir haben heute eine andere sehr gute Möglichkeit, die uns Jesus Christus geschenkt hat: die heilige Beichte.

Für viele Menschen ist dies leider ein Fremdwort geworden. Sie haben schon lange nicht mehr gebeichtet. Ich möchte sie aber, wenn sie vielleicht auch schon längere Zeit nicht mehr ihre Sünden bekannt haben, trotzdem oder gerade deswegen ermuntern sich hier den Weihnachtsfrieden in ihrem Herzen zu holen. Probieren sie es aus! Sie werden eine schon lange nicht mehr so schöne Freude in ihrem Herzen spüren dürfen, wenn sie mit einer reinen Seele die Geburt unseres Herrn feiern können. Amen

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email