Christkönigssonntag
2013 C
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Ein Soldat hielt am Kasernentor Wache. Er muss die Schranke öffnen, wenn jemand hinein will. Auf einmal kam sein Hauptmann daher und hält vor der Schranke. Der Soldat salutiert, macht seine Ehrenbezeigung, grüßt wie gelernt und stand still wie eine Säule. Das dauerte einige Zeit, bis der Hauptmann sagte:  „Dein Präsentieren allein hilft mir nichts, du musst mir auch das Tor, die Schranke, aufmachen, damit ich hinein kann.“

Ich weiß nicht, ob es echt wahr ist.

Auf alle Fälle: Wir sollen also auch Christus, unserm König, nicht nur Ehre erweisen, sondern ihm auch Einlass gewähren. Wir sollen nicht nur huldigen, wir sollen ihm auch öffnen, wenn er zur Tür unseres Herzens kommt und dort anklopft.

Vor drei Jahren wurde in Polen am Christkönigssonntag die größte Christusstatue der Welt geweiht. Sie ist 6m höher als die berühmte Statue in Rio de Janeiro. Mit Sockel hat sie eine Gesamthöhe von 58 m. Und im Unterschied zur Statue in Brasilien hat dieser Christus eine wunderschöne goldene Krone auf dem Kopf. Christus ist unser König. Dieses riesige Glaubenszeugnis soll von der Schnellstraße zwischen Berlin und Warschau aus zu sehen sein.

Die Figur ist ohne Krone 33 Meter hoch. Die Zahl entspricht dem Alter Jesu bei der Kreuzigung.

Hoffentlich ist diese Statue auch nicht nur eine äußere Ehrenbezeigung. Hoffentlich lassen viele Christus, den König in ihr Herz. Hoffentlich werden viele daran erinnert, dass er, der König Himmels und der Erde ist.

Wir haben im Evangelium gehört, dass Jesus am Kreuz verspottet wird. Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst. Auf der Tafel hat Pilatus die Todesursache anbringen lassen: „Jesus von Nazareth, König der Juden.“ Ein komischer König! Ein schwacher König, anscheinend ohne Volk, das zu ihm steht und ihn verteidigt. Ein hilfloser König, anscheinend ohne Reich, über das er herrscht. Oder doch ein König? Sagt er nicht: Wenn ich wollte, würden Legionen Engel mir zu Hilfe kommen. Sagt er nicht: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, dann würden diese Engel mich verteidigen.

Er ist ein etwas anderer König. Er ist der König über die Herzen! Er ist ein König, der sein Leben hingibt für alle, die zu ihm gehören wollen. Er ist ein König, der die Sünden aller Menschen auf sich nimmt, um uns zu erlösen, damit wir zu ihm in den Himmel kommen können. Er ist ein König der Liebe, ganz anders wie die mächtigen Herrscher der Welt, die ihr Reich oft durch Kampf und Krieg und Blutvergießen zu etwas gebracht haben, aber durch fremdes Blutvergießen. Unser König hat sein eigenes Blut für uns vergossen. Das macht ihn so anziehend. Das macht ihn so liebenswert. Es ist Gott selbst, der sich erniedrigte. Er ist der Sohn Gottes, der Mensch wurde, sich klein machte, vom Vater Kunde brachte und dann für uns am Kreuz mit einer Dornenkrone auf dem Kopf gestorben ist.

All das soll uns am heutigen Christkönigsfest in Erinnerung gerufen werden. Wir haben einen König. Wir haben einen König von etwas anderer Art. Er ist kein König, der uns in den Märchen gezeigt wird! Er ist kein politischer König, sondern ein König über die unsterbliche Seele eines jeden Menschen, die bestimmt ist für diesen König. Die Seele ist bestimmt, diesem König Ehre zu erweisen, ihm zu huldigen und ihn anzubeten. Amen.

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