4. Fastensonntag
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Heute darf ich Sie wieder erinnern an die Osterbeichte! Jedes Jahr habe ich in dieser Zeit in den Predigten hingewiesen und ermuntert sich auf dieses Sakrament vorzubereiten. Heuer wollen wir anhand der sogenannten 5 „B“ uns Gedanken über das Sakrament der Versöhnung machen.

Die 5 „B“ lauten: Besinnen, bereuen, bessern, bekennen und büßen.

Das Evangelium passt recht gut dazu, denn beim verlorenen Sohn, der zum Vater zurückkehrt und sozusagen bei ihm beichtet, finden wir diese 5 „B“ ebenfalls.

Die Grundvoraussetzung ist einmal das „Besinnen“: die Gewissenserforschung. Anhand der 10 Gebote bin ich schon oft mit Ihnen die Sünden durchgegangen und wir haben gemeinsam das Gewissen erforscht. Auch beim verlorenen Sohn war das Besinnen der erste Punkt. Er hat nachgedacht, als er bei den Schweinen war, als er „tief im Schlamm steckte“. Er stellte fest, dass er gesündigt hatte, dass so manches nicht in Ordnung war. Er merkte, dass er selbst schuld war an seiner Situation, dass er freiwillig Gottes Gebote übertreten hatte.

Der verlorene Sohn kommt nun automatisch zum zweiten Punkt: zu einer tiefen Reue über seine Missetaten. Es tut ihm wirklich leid, was er angestellt hat. Die Reue ist unbedingt notwendig bei der heiligen Beichte. Ohne Reue gibt es keine Vergebung. Es gibt 2 Arten von Reue. Die Furchtreue und die Liebesreue. Die Furchtreue ist die unvollkommene Reue. Ich bereue meine Sünden aus Angst vor der Strafe. Die Liebesreue hingegen wird auch vollkommene Reue genannt. Sie ist auf alle Fälle die bessere Reue, weil ich aus Liebe zu Gott meine Sünden bereue. Allerdings ist sie auch schwerer zu erwecken. Die Vorstellung, ich werde für meine Sünden bestraft, lässt mich leichter diese Sünden bereuen. Diese Furchtreue genügt nun für die heilige Beichte. Ich muss nicht unbedingt die Liebesreue erwecken, die aber natürlich immer empfohlen ist und anzustreben ist.

Der dritte Punkt ist das „Bessern“ oder der gute Vorsatz, der auch nicht fehlen darf. Zumindest in einem Punkt muss ich mir vornehmen, besser zu werden, die Sünde in Zukunft zu meiden. Das Bessern setzt die Umkehr voraus. Der verlorene Sohn kehrt zum Vater um. Er entschließt sich aufzubrechen und den Vater zu bitten, ihn als Tagelöhner einzustellen.

Als er dann zum Vaterhaus kommt, bekennt er dem Vater, dass er gesündigt hat. Das wäre das 4. „B“: das Bekennen im Beichtstuhl. Ich sage jetzt dem Priester die Sünden. Der Priester vergibt mir nun im Namen Gottes die Sünden und spricht mich davon los. So ist es auch beim barmherzigen Vater und er freut sich so sehr, dass er gleich ein Fest vorbereitet. Jesus selbst sagt einmal: „Es herrscht mehr Freude über einen Sünder, der umkehrt, als über 99 Gerechte.“

Wenn einer den Willen hat umzukehren, dann ist er auch gewillt, Buße zu tun. Der verlorene Sohn wäre bereit gewesen, als Tagelöhner zu arbeiten. Letztlich hat Jesus Christus durch seinen unschuldigen Tod am Kreuz uns von allen Sünden erlöst und alles wieder gutgemacht. Trotzdem gibt der Priester immer eine kleine Buße auf. Es ist ein Beitrag unsererseits zur Sühne für unsere Sünden. Es soll uns erinnern, dass die Sünde keine Lappalie ist, sondern wirklich eine Beleidigung Gottes, die wir in Zukunft nicht mehr tun wollen.

Bitten wir den lieben Gott, dass wir alle eine gute Osterbeichte ablegen dürfen! Dies ist eine Gnade des Heiligen Geistes, der uns erkennen lässt, was schief gelaufen ist, und wo wir gegen Gottes Gebot uns verfehlt haben. Die Freude nach einer guten Beichte ist immer groß im Herzen. Die Erleichterung des verlorenen Sohnes können wir uns vorstellen, als er wieder im Haus seines Vaters wohnen durfte und alles wieder gut war. Beten wir in diesen Wochen besonders für all jene, die sich auf eine Beichte vorbereiten. Amen.

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