Fronleichnam
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Heute möchte ich an den Ursprung des Fronleichnamsfestes erinnern. Wie so manch anderes Fest – ich denke an das Herz-Jesu-Fest, das auf die hl. Margaretha Alacoque zurückgeht – ist auch das Fronleichnamsfest von einer Frau inspiriert worden. Die Wegbereiterin des Fronleichnamsfestes ist die hl. Juliana von Lüttich, eine bescheidene Klosterfrau, die viele Nächte vor dem Tabernakel durchwachte. Da wurde ihr einmal in einer Vision ein leuchtender Kreis gezeigt, der ganz von Licht erfüllt war, außer an einer Stelle. Da der dunkle Fleck das wundervolle Ganze erheblich störte, fragte die fromme Augustinerschwester den Herrn verwundert, was dies zu bedeuten habe. Die Erklärung lautete, es fehle im leuchtenden Kreis, der die Feste des Kirchenjahres zeigt, ein Fest zu Ehren des hochheiligen Altarssakramentes. Sie möge das dem Bischof mitteilen. Etwas später durfte Schwester Juliana schauen, welcher Art das neue Fest sein sollte. Sie sah, wie der Priester mit der Monstranz von vielen Leuten begleitet wurde. Nach anfänglichen Schwierigkeiten durfte sie im Jahre 1246 in Lüttich eine Art Fronleichnamsfest miterleben.

Ein belgischer Priester, der als junger Priester die Schwester kennenlernte und später Papst Urban IV. wurde, hat dieses Fest dann für die Kirche eingeführt. 2 große eucharistische Wunder haben ihn dazu bestärkt. Bei beiden Wundern hat die hl. Hostie nach der Wandlung zu bluten begonnen. Das eine ist das bekannte Wunder von Bolsena. Hier hat ein Priester eine Wallfahrt nach Rom angetreten, weil er immer wieder von Glaubenszweifeln geplagt wurde. Bei der Messe in Bolsena hat sich dann ein Teil der Hostie in Fleisch verwandelt, und Blut tropfte auf das Korporale, auf das weiße Tuch, auf dem Altar.

Vom hl. Antonius von Padua, der schon so manchem das Verlorene wiederfinden ließ, gibt es auch ein eucharistisches Wunder. Er ist mit der Monstranz auf dem Weg zu einem Kranken, als ihm ein Spötter des Glaubens begegnete. Doch da geschah das Wunder, dass sein Esel sich vor der Monstranz hinkniete.

Diese Wunder sollen uns helfen, an dieses große Geheimnis zu glauben. Es ist nicht mehr Brot. Es ist verwandelt. Es ist der Leib Christi. Als Jesus in der Eucharistierede von diesem Geheimnis sprach, da waren damals schon viele Leute, die sich abwandten von ihm und sagten: „Diese Rede ist hart. Wer kann dies glauben?“ Damals wie heute und auch in Zukunft wird es Zweifler und Spötter geben. Ja, es wird Leute geben, die diese Lehre nicht annehmen und vielleicht sogar bekämpfen. Doch Jesus hat sich damals nicht abbringen lassen und zu den Aposteln gesagt: „Wollt auch ihr gehen?“ Er blieb dabei. Warum? Er möchte sich ganz klein machen und in dieser Form zu uns kommen. Danken wir ihm dafür, dass er uns dieses Sakrament geschenkt hat und dass wir uns stärken dürfen mit der Eucharistie. Es ist die Kraftquelle für unseren Glauben. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email