18. Sonntag im Jahreskreis
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Es geht in diesem Evangelium um zwei Punkte: Es geht um die Habsucht und um eine gute Vorbereitung auf den Tod.

Zum Thema Habsucht gibt es eine Geschichte von Leo Tolstoi. Jemand erfährt, dass er bei einem bestimmten Volk im Osten für eine Mütze voll Gold so viel Ackerland kaufen könne, das man im Laufe eines Tages von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang umschreitet. Der Mann hat bald mit dem Häuptling des Volkes den Vertrag abgeschlossen mit der Bedingung, dass er beim Sonnenuntergang wieder beim Ausgangspunkt zurücksein muss, sonst verfällt alles.

Er geht also los und - ich mache es kurz, - er will am Schluss immer noch mehr Land, sodass er immer schneller lief und am Ende so schnell zurückrennt, dass er kurz vor dem Ziel, vor dem Ausgangspunkt tot zu Boden fällt. Ein Herzschlag hat seinem Leben ein Ende gemacht.

Auch zu diesem Menschen hätte Jesus gesagt: „Du Narr, was nützt dir das alles.“

Der Sinn des Lebens ist nicht das Geld. Jesus sagt es ganz deutlich. Der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. Das Geld blendet oft. Es verdeckt die Sicht zu Gott. Es ist wie bei folgendem Beispiel. Einer gibt einem anderen einen Zettel und darauf hat er Gott geschrieben. „Was siehst du?“ „Ich sehe den Namen Gott.“ Dann gibt er einen Geldschein davor. „Kannst du noch erkennen, was ich geschrieben habe?“ „Ich sehe Gott nicht mehr!“ So ist es oft mit dem lieben Geld. Es verdeckt den Blick hin zu Gott. Man vergisst Gott. Man denkt nur ans Geld und überlegt, wie man noch mehr bekommt.

Wie war das z.B. mit den Goldsuchern in Alaska? Ein Missionar schrieb damals einmal: „Ach hätten wir Priester doch so einen glühenden Eifer nach der Rettung der Seelen, wie die Goldsucher einen glühenden Hunger nach Gold haben. Was nehmen diese Menschen alles auf sich in der Hoffnung, Gold zu finden. Wenn sie doch ebenfalls eine so zähe Ausdauer hätten, um Gott zu finden, wie viele Heilige gäbe es. Man möchte fast meinen, Gold sei das einzig Notwendige zum Glück, wenn man sieht, wie diese Menschen ihm nachlaufen und wie sie bereit sind, dafür alles zu opfern. Wie schrecklich wird ihre Enttäuschung in der Todesstunde sein, wenn sie erkennen, was es nun wert ist.“

Jesus nennt den Habsüchtigen ganz brutal einen Narren und einen Dummkopf, denn er verspielt alles, wenn er nicht auch Schätze für den Himmel sammelt. Ein Schatz im Himmel ist das, was man auf Erden verschenkt hat. Was ist, wenn du stirbst? Das Leichentuch hat keine Taschen und man kann in der Ewigkeit nur mit dem Geld etwas kaufen, was man zum Guten verwendet hat und dafür hergegeben hat.

Wer ist wirklich reich vor Gott? Nicht der ist reich, der Millionen anhäuft, sondern der, der mit seinem Geld Gutes tut, wer die Gebote hält, wer Liebe schenkt. Jeder, der Kranke besucht, der Hungernde gespeist hat, der nach den 7 Werken der Barmherzigkeit gelebt hat, der Trauernden Trost gespendet hat usw. ist wirklich reich vor Gott. Dann ist man kein Narr, denn dann ist man vorbereitet. Dann wird man im Gericht bestehen können. Das Leben hier auf Erden ist nicht alles. Es gibt etwas nach dem Tod, für das es wert ist, sich anzustrengen. Das ist die Botschaft des Evangeliums: Es gibt noch etwas nach diesem Leben. Es ist nach dem Tod nicht alles aus. Bemühen wir uns also für dieses kommende Leben die Schätze zu sammeln. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email