19. Sonntag im Jahreskreis
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Die Kirche und besonders der Priester in seiner Predigt haben die Pflicht, die Gläubigen manchmal an den Tod zu erinnern. So wie Jesus auch mit Gleichnissen die Menschen aufrief, allzeit wachsam zu sein. Der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. Also haltet euch bereit!

Uns Menschen, die wir im Leben stehen, könnte jetzt der Gedanke kommen: Ist es denn gut, an den Tod zu denken? Die Antwort lautet: Ja und Nein. Nein, wenn wir im ganzen Leben, jeden Tag, immer nur die Sterbekerze vor uns sehen sollen und der Gedanke an den Tod dauernd in unserem Innern da ist. Wir gehören zuerst dem Leben an, und die Natur sträubt sich dagegen, immer nur an den Tod zu denken.

Und doch müssen wir uns mit dem Tod auch auseinandersetzen. Manchmal werden wir sogar direkt mit dem Tod konfrontiert, wenn es in der Familie oder im Freundeskreis einen Sterbefall gibt.

Jesus sagt: Seid allzeit bereit! Legt euren Gürtel nicht ab! Lasst eure Lampen brennen! Erwartet den Herrn!

Warum müssen wir bereit sein? Wir wissen auf der einen Seite nicht mit Sicherheit, wann der Herr zum „Nachschauen“ kommt, auf der anderen Seite hängt unheimlich viel davon ab, wie der Herr uns vorfindet. Dieser Augenblick entscheidet über eine ganze Ewigkeit: über Tod oder Leben. Es geht um den ewigen Lohn, den der Herr den treuen Knechten in Aussicht stellt. Aber wir müssen die Prüfung bestehen.

Wir Menschen kennen in unserem Leben viele Prüfungen. Das fängt schon in der Schule an, geht weiter in der Ausbildung oder im Studium und bleibt uns in der Arbeit, bei der Weiterbildung, oft nicht erspart. Wenn nun einer die Frage stellt „Soll man sich auf eine Prüfung vorbereiten oder soll man lieber alles dem Zufall überlassen?“, ist die Antwort ziemlich klar. Man wird sich natürlich so gut es geht auf die Prüfung vorbereiten, damit man nicht durchfällt und noch einmal antreten muss. Sollen wir uns da nicht im Blick auf die Ewigkeit auch ein wenig auf die größte Prüfung unseres Lebens vorbereiten? Diese Prüfung kann man nicht wiederholen, denn man stirbt nur einmal. Dieser Augenblick wird über die ewige Zukunft entscheiden: „Bestanden“ oder „nicht Bestanden“.

Manche schieben diese Vorbereitungen immer vor sich her, bis es vielleicht zu spät ist.

Es gibt hinsichtlich dieses Gedanken einen passenden Text mit Bildern. Da können wir folgendes lesen:

Viel zu jung, um an Gott zu denken
(wir sehen ein Kind mit einem Teddybären).

Viel zu berieselt, um an Gott zu denken
(einer vor dem Fernseher).

Viel zu selbstsicher, um an Gott zu denken
(ein Jugendlicher auf dem Motorrad).

Viel zu müde, um an Gott zu denken
(einer im Bett).

Viel zu verliebt, um an Gott zu denken
(ein verliebtes Paar).

Viel zu verschwenderisch, um an Gott zu denken
(im Sportwagen).

Viel zu sorgenvoll, um an Gott zu denken
(im Büro am Telefon).

Viel zu spät, um an Gott zu denken.
(Ein Grab mit Kränzen)

Das darf uns nicht passieren!

 

Wenn jemand meint, im Alter habe ich Zeit und werde beten, jetzt aber nicht, kann es sein, dass der Herrgott ihm dann diese Gnade auch nicht schenkt. Als Kranker, das haben sie vielleicht auch schon erfahren, fällt das Beten doppelt so schwer. Wir müssen beten, wenn wir gesund sind.

Und damit bin ich schon bei der Frage: Was ist die beste Vorbereitung auf den Tod? Bleiben wir dem Gebet treu, halten wir die Gebote und tun wir Gutes!

Und wenn wir die Gottesmutter verehrt haben, wird dies der größte Trost in der Sterbestunde sein. Dann wird sie bei uns sein, so wie sie beim Sterben ihres Sohnes dabei war. So wie sie Jesus mit ihrer Anwesenheit getröstet hat, so wird sie uns trösten und beistehen, dass diese letzte Stunde im irdischen Leben leichter ist. Sie wird mithelfen, dass wir gut hinüberkommen ins andere Leben. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email