2. Sonntag im Jahreskreis
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Jesus verwandelt bei der Hochzeit in Kana Wasser zu Wein. Es ist das erste Wunder, das er wirkt. Der Evangelist Johannes spricht von seinem ersten Zeichen. Jesu erste göttliche Tat ist keine Krankenheilung, es ist auch keine Totenerweckung, sondern es ist schlicht und einfach ein Wunder der Verwandlung.
Ein Wunder der Verwandlung wird auch das letzte Wunder Jesu sein, wenn er am Abend vor seinem Tod, beim letzten Abendmahl, Brot und Wein in sein Fleisch und Blut verwandelt.

Vielleicht soll es darauf hinweisen, dass auch wir einmal verwandelt werden sollen! Auch uns will Jesus verwandeln. „Das Leben wird gewandelt, nicht genommen“, so heißt es in einer Begräbnispräfation.

Unser Wasser, das wir mitbringen zum Gericht am Ende unseres Lebens, soll in köstlichen Wein verwandelt werden, damit „wir im Himmel schmecken“.

Wir bringen oft nur einfaches Wasser mit zum himmlischen Hochzeitsmahl. Der Himmel wird auch oft mit einer Hochzeit verglichen. Die Hochzeit des Lammes mit der Kirche, mit jedem einzelnen Glied der Kirche: die Vereinigung unserer Seele mit Gott. Wenn wir einmal bei Gott sind, dann ist das die ewige Kommunion. Die heilige Kommunion hier auf Erden bedeutet: Der Leib Christi ist in uns. Die Kommunion im Himmel bedeutet: Wir sind in Gott. Bei der Kommunion in der hl. Messe nehmen wir Christus in uns auf. Da kommt er in unser Herz. Bei der ewigen Vereinigung im Himmel nimmt Gott uns auf. Da werden wir hineingenommen in sein Wesen, ohne dass unser Sein aufgelöst wird.

Aber wir müssen in diesem Augenblick verwandelt werden. Wir werden in diesem Augenblick verwandelt, denn nichts Unreines, nichts Unheiliges hat in Gott Platz. Das unheilige Wasser wird in reinen Wein verwandelt.

Deshalb ist also am Anfang und am Ende ein Verwandlungswunder, das uns daran erinnert, dass wir beim Hinübergang in die Ewigkeit verwandelt werden.

Und was ist bei dieser Verwandlung wichtig?

Auf 2 Dinge müssen wir achten!

  1. Auf Maria! Sie sagte: „Was er euch sagt, das tut.“ Sie weiß, dass Jesus helfen kann. Sie weiß, dass wir uns an das halten müssen, was ihr Sohn sagt. Wenn wir uns daran halten, dann wird alles gut. Obwohl seine Stunde noch nicht gekommen ist, lässt er sich von Maria „überreden“ und wirkt das Wunder. Es scheint, dass Maria die Stunde seines Wirkens vorverlegt. Die große Fürbittmacht Mariens wird hier so schön deutlich. Der große Glaube, den sie hat, kommt so wunderbar deutlich zum Vorschein. Jesus ist bisher noch nicht in der Öffentlichkeit aufgetreten und trotzdem vertraut Maria ihrem Sohn. Sie weiß, dass er helfen kann. Wenn wir verwandelt werden wollen, müssen wir uns an Maria wenden, dann müssen wir dieses Vertrauen Mariens haben und das tun, was Maria sagt. Wir müssen Jesus vertrauen und wir müssen auch das tun, was Jesus von uns möchte. „Füllt die Krüge mit Wasser“, war der Auftrag. Das ist das Zweite!
  2. Die Diener füllten die Krüge mit Wasser. Wir müssen unsere Krüge mit Wasser füllen. Wir dürfen nicht mit leeren Krügen vor Gott erscheinen, auch wenn es „nur“ Wasser ist. Aber er braucht das Wasser, um es zu verwandeln!

Wir müssen daher auch aktiv werden und etwas tun. Wir können nicht die Hände in die Hosentaschen stecken, faul herumstehen und nur immer zuschauen. Wir müssen Gutes tun und die Augen öffnen für die Not der Menschen. So wie Maria die Augen offen hatte und als erste bemerkte, dass das Brautpaar in Nöten ist und keinen Wein mehr hat. Und dann müssen wir zu Jesus gehen und ihm die Not schildern. Wir müssen Jesus darauf hinweisen und vertrauen. Wenn wir so handeln, wird er das Verwandlungswunder wirken und die Freude wird nicht beendet werden; die Hochzeit muss nicht abgebrochen werden, sondern die Hochzeitsgäste können weiterfeiern.

So werden auch wir einmal ewig an diesem himmlischen Hochzeitmahl teilnehmen können. Und auch dieses Hochzeitsmahl wird nicht abgebrochen werden. Es wird sogar ewig dauern. Wir werden einmal für immer an diesen Freuden teilnehmen. Amen.

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