23. Sonntag im Jahreskreis
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Mehrmals steht in der hl. Schrift, dass Gott ein eifersüchtiger Gott ist. Im Buch Exodus heißt es: „Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott.“ und: „Du darfst dich nicht vor einem anderen Gott niederwerfen. Denn Jahwe trägt den Namen „der Eifersüchtige“; ein eifersüchtiger Gott ist er.“ Wenn wir Gott nicht unsere ganze Liebe schenken, wird er eifersüchtig. Wenn wir unsere Liebe anderen Göttern, den Götzen und weltlichen Dingen zuwenden, ist dies ein Abfall vom wahren Glauben, weil nur dem einen Gott Anbetung gebührt. Um genau diese Eifersucht Gottes geht es im heutigen Evangelium.

Gott will von uns die Liebe aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus ganzer Kraft, ...

Wer sich da nicht bemüht, so heißt es, der kann nicht mein Jünger sein.

Dreimal: Wer nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet, wer nicht sein Kreuz trägt, wer nicht Vater und Mutter, alles verlässt, der kann nicht mein Jünger sein.

1. „Wer nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet, der kann nicht mein Jünger sein.“ Wem also das Materielle wichtiger ist als Gott, der macht Geld und Besitz zum Götzen und Gott wird eifersüchtig. Wie viele Leute gibt es in der heutigen Zeit, die sich hier die Frage stellen können: Was bedeutet mir Gott? Schenke ich ihm die eine Stunde in der Woche für die Sonntagsmesse? Schenke ich ihm die Zeit für das tägliche Gebet am Morgen, am Abend und vielleicht auch noch das Tischgebet? Jesus verwendet drastische Worte um uns deutlich zu machen, dass Gott für uns wichtig ist. Auf den ganzen Besitz sollen wir sogar verzichten, dann sind wir Jünger des Herrn. Zuerst kommt Gott. Er ist der Wichtigste, das andere ist zweitrangig und letztendlich nichts für die Ewigkeit. Wir sind erst dann wirklich glücklich, wenn wir Gott an die erste Stelle unseres Lebens setzen.

2. „Wer nicht sein Kreuz trägt, der kann nicht mein Jünger sein.“ Das ist in Wirklichkeit auch eine Fehlform der Liebe. Wenn jemand das Kreuz nicht annimmt, dann deshalb, weil er sich selbst zu stark liebt. Das Kreuz sollen wir aus Liebe zu Gott tragen. Die Eigenliebe wird größer als die Gottesliebe, wenn wir hier ausweichen und die Kreuze von uns stoßen wollen. Es gibt Leute, die können nur schwer für andere Opfer bringen. Diese Leute schauen nur auf sich. In jedem Menschen ist natürlich so ein Stück Egoismus und jeder Mensch möchte das Kreuz gerne meiden, aber wir werden es nicht ganz aus der Welt schaffen nicht können. So manche Kreuze werden bleiben und die sollen wir tragen. Wenn wir hier ausweichen, dann ist also die Eigenliebe größer als die Gottesliebe. Jesus hat uns das Kreuz vorangetragen. Er wünscht sich Kreuzträger. Er stirbt am Kreuz für uns Sünder. Das war sein Kreuz. Unser Kreuz schaut oft ganz anders aus. Aber wir müssen es ihm nachtragen und nicht nur auf unsere Eigenliebe so sehr schauen. Das Kreuz zu tragen ist schwer und kostet Opfer, aber: „Was nichts kostet, das ist auch nichts Wert. Wenn wir daher uns selber mehr lieben und das Kreuz von uns werfen, wenn die Eigenliebe so groß ist, dass wir nicht fähig sind, etwas Unangenehmes einmal auf uns zu nehmen, wird Gott eifersüchtig. Dann lieben wir uns selber mehr als Gott. Dann ist die Eigenliebe größer als die Gottesliebe.

3. Wer nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, alles verlässt, der kann nicht mein Jünger sein.

Ja, auch die Nächstenliebe kann falsch gewichtet sein. Wenn wir den Nächsten mehr lieben als Gott, wird er ebenfalls eifersüchtig.

Wie ist das bei der menschlichen Eifersucht? Die Eifersucht hat etwas mit falscher Liebe zu tun. Eifersucht kommt daher, wenn wir spüren, dass der Andere die Liebe, die wir ihm schenken, nicht erwidert, sondern anderen schenkt. Wir möchten, dass er uns seine Liebe schenkt. Wir haben doch ein Recht darauf. Die Eifersucht möchte die Liebe des Geliebten ausschließlich für sich.

Wenn Gott eifersüchtig ist, ist immer etwas dahinter, denn er weiß ganz genau, wie wir lieben. Er kennt uns durch und durch. Und wenn wir uns in einer dieser Fehlformen befinden, wird er eifersüchtig, denn er liebt uns ganz und er möchte, dass wir ihm diese Liebe auch zurückschenken. Er hat uns so stark geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gesandt hat, der aus Liebe zu uns gestorben ist. Gibt es eine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für den anderen gibt? Wie oft ist es vorgekommen, dass Gott berechtigterweise eifersüchtig wurde? Wenn wir jemand an die Stelle Gottes geben und ihn so lieben, wie nur Gott geliebt werden darf, dann wird dieser zum Götzen, dann werden wir plötzlich zum Tänzer um das Goldene Kalb und dann ist Gott eifersüchtig.

Ich wiederhole noch einmal. Es gibt drei Formen von falscher Liebe.

Wenn wir die Liebe zum Geld und zum Besitz über die Liebe Gottes stellen.

Wenn die Eigenliebe größer ist als die Gottesliebe.

Und wenn wir die Liebe zum Nächsten höher einstufen als die Gottesliebe. Das kann zum Beispiel der Ehepartner sein.

Immer dann ist Gott berechtigterweise eifersüchtig, denn Gott hat das Recht zuerst geliebt zu werden, aus ganzem Herzen und mit all unseren Kräften. Gott hat das Recht auf diese Liebe, denn er hat uns nicht nur zuerst geliebt, sondern er hat uns auch aus Liebe erschaffen. Wir können das letztendlich gar nicht entsprechend erwidern mit unseren menschlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Wir wurden von Gott im Übermaß. Und Gott kannst du nie genug lieben. Du kannst dich nur immer wieder bemühen und Gott bitten, dass er Dir noch mehr Liebe ins Herz schenkt, denn die Fähigkeit Gott zu lieben ist schon Gnade. So wollen wir Gott um diese Gnade bitten, ihn zu lieben mit ganzen Herzen, dann sind wir seine Jünger. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email