24. Sonntag im Jahreskreis
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Jeder von uns hat wahrscheinlich schon einmal etwas verloren und ganz verzweifelt gesucht. Und wenn das „Langgesuchte“ endlich gefunden wurde, dann ist die Erleichterung groß. Endlich habe ich es wieder. Wir kennen so etwas und wir wissen, dass wir beim Suchen manchmal alles hundertmal auf den Kopf gestellt haben. Immer wieder suchen wir an derselben Stelle, wo wir glauben, es hingelegt zu haben. Jede Ecke und jeden Ort durchwühlen wir noch einmal und noch einmal. Man wurde vielleicht nervös und hat sogar jemanden beschuldigt, das Verlorene genommen zu haben. Aber wir kennen auch die Freude, die einen überkommt, wenn man das Gesuchte wieder in den Händen hält, nachdem wir es wiedergefunden haben.

Im Evangelium hörten wir 2 Gleichnisse vom Suchen und Finden.

Die erste Geschichte erzählt vom Schaf, das zuerst beim guten Hirten geborgen war, dann aber auf eigene Faust weglief. Zuerst war beim Schaf Freude über die angeblich schöne Freiheit, aber dann das Verirren, das Umherirren, bis zum Sturz und schließlich und endlich das Dornengestrüpp, aus dem das Schäflein keinen Ausweg findet. Der Abend kommt, die Nacht droht, das Schäflein ist einsam und verlassen. So mancher Mensch empfindet in den dunklen Stunden seines Lebens vielleicht ähnliches. Doch er darf wissen. Die Geschichte ist hiermit nicht aus. Gott ist der gute Hirt, dem das Verschwinden des Schäfleins keine Ruhe lässt. Es drängt ihn und er muss es suchen. Er muss es wiederfinden. Und so macht er sich auf den unwegsamen Weg in die Berge. Der gefährliche Weg, die Dämmerung und die drohende Nacht kümmern ihn nicht. Er muss sein Schäflein suchen. Der Hirt sucht mit Ausdauer, solange bis er es entdeckt und aus dem Dornengestrüpp befreit. Er trägt es mit Freude auf den Schultern nach Hause. „Die Freude im Himmel ist auch groß über einen Sünder, der umkehrt“, heißt es.

Die zweite Geschichte drückt genau das Gleiche aus. Die Frau, die das Geldstück verloren hat, sucht ebenfalls intensiv. Sie zündet eine Lampe an. Es ist immer finster in diesen niedrigen Räumen: auch am Tage, weil man doch nicht zuviel Sonnenhitze hereinlassen will. Sie fegt das Haus. Um die Drachme zu finden, war es nötig zu kehren. Sie muss den Staub und den Schmutz, der vielleicht seit Wochen da war, einmal wieder gründlich entfernen. Sie sucht unermüdlich. Auch hier herrscht große Freude, nachdem sie das Geld gefunden hat. Nach großem Aufwand und erheblicher Mühe nun der Jubel über das Finden.

Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.

Wir wissen, was uns diese Gleichnisse sagen sollen. Gott liebt den Menschen. Er liebt jede einzelne Menschenseele. Er liebt sie so stark und intensiv, dass er alles tut, um sie zu gewinnen, damit sie gerettet wird und nicht ewig verloren geht. D.h.. Gott wird uns auf unseren Irrwegen suchen. Er wird uns nachgehen. Wenn er uns dann gefunden hat, und wenn wir uns auch finden und uns abholen lassen, wird Freude sein. Manchmal müssen wir uns finden lassen: d.h.. das Schaf muss sich akustisch melden. Es muss schreien, damit Gott es hört. Manchmal müssen wir Menschen melden, d.h. beten. Der Bekehrte muss zu Gott seine Stimme erheben, dann wird er uns von den Verstrickungen der Sünde befreien, uns auf die Schulter nehmen, zurücktragen und es wird eine große Freude herrschen. Der ganze Himmel wird jubeln und alles ist gut. Lassen wir uns von diesem schönen Gottesbild erfüllen. Gott sucht uns. Er ist der gute Hirt, der dem verlorenen Schaf nachgeht. Er ist die Frau, die unermüdlich das Verlorene sucht. Er geht uns immer nach, bis er uns wieder gefunden hat. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email