33. Sonntag im Jahreskreis
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wann ist das Ende der Welt? Wann wird Christus wiederkommen? Diese Frage würde uns brennend interessieren und immer wieder gibt es bestimmte „Pseudopropheten“, die mit gewaltiger Macht und Unverfrorenheit den Weltuntergang voraussagen.

Jesus gibt im heutigen Evangelium einige Hinweise, die dem Ende vorausgehen: Erdbeben, Seuchen, Hungersnöte, Verfolgungen! Doch warnt er vor den Menschen, die unter seinem Namen auftreten und verkünden: Die Zeit ist bereits da.

Tag und Stunde wissen wir nicht. Vor der Himmelfahrt sagt Jesus: „Es steht euch nicht zu, Zeit und Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat.“ An einer anderen Stelle heißt es: „Der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht vermutet. Tag und Stunde kennt niemand, nicht einmal die Engel.“

Trotz dieser deutlichen Hinweise haben immer wieder bestimmte Sekten versucht, den Weltuntergang vorauszusagen. Die Zeugen Jehovas sind gescheitert. Auch der Gründer der Sekte der Adventisten, William Miller, hat damals viele seiner Anhänger vor den Kopf gestoßen. Von 1831 an predigte er in New York und Boston die baldige Wiederkunft Christ zum Weltgericht. Nach seinen Berechnungen aus dem Buch Daniel sollte die Wiederkunft Christi im Frühlingsbeginn 1843 eintreten. Tatsächlich kleideten sich die Anhänger des Sektengründers William Miller zu dieser Zeit in weiße Kleider. Sie bestellten ihre Felder nicht mehr und verschenkten ihre Besitzungen, um für den großen Tag gerüstet zu sein. Aber das Weltende und Weltgericht kam nicht. William Miller gestand nun, dass er sich um einige Monate verrechnet habe und prophezeite jetzt das Weltende für den 23. Oktober 1847. Der Tag nahte heran. Geschäftstüchtige Kaufhäuser in den USA verkauften in Massen weiße Kleider, in denen die Sektierer das Weltende erwarteten. Das Ende kam wieder nicht. Enttäuscht gingen die Wartenden auseinander. Ein Freund des Sektengründers berichtete später, William Miller habe wie ein kleines Kind geweint, als er nach Hause ging, ohne die Erfüllung seiner Prophezeiung erlebt zu haben.

Solche Propheten brauchen wir nicht. Wir halten uns an Jesus Christus und an sein Wort. Er hat gesagt, er werde wiederkommen zum Gericht. Zeit und Stunde aber sei unbekannt. Im Evangelium nannte er Vorzeichen, aber nicht mehr. Ob dann sofort das Ende kommt und die Wiederkunft Christi, das wissen wir nicht.

Für die, die in den Tag hinein leben, wird das Ende völlig unvermutet kommen. Wenn aber der Menschensohn auf den Wolken des Himmels in großer Macht und Herrlichkeit kommt, dann ganz anders als er einst gekommen war. Damals vor über 2000 Jahren kam er klein und hilflos als Kind. Er kam als Bittender und Bettelnder, dem die Herberge verweigert wurde. Und er kam, um zu leiden, verurteilt zu werden und zu sterben. Am Ende der Zeiten kommt er nicht, um sich richten zu lassen, sondern um die Lebenden und die Toten zu richten.

Wie wird dieses Gericht sein? Sicher unendlich gerecht!

Worüber werden wir vor allem gerichtet werden? Wir brauchen nur an die Gerichtsrede des Herrn denken: „Ich war hungrig, durstig, nackt, obdachlos, … und ihr habt mir geholfen.“

Wenn wir ein Herz für die Armen haben, und wenn wir die Not des Nächsten in diesem Leben gesehen haben, wird uns die Wiederkunft Christi nicht überraschen, denn haben wir seinen Auftrag erfüllt, die hilfsbereite Liebe gelebt und die Barmherzigkeit geübt. Wir brauchen diesen Tag, der im Ungewissen in der Zukunft liegt, nicht fürchten, sondern wir werden sogar so wie die ersten Christen beten: „Maranatha – Komm Herr Jesus, komme bald.“ Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email