5. Sonntag im Jahreskreis
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wie muss sich Petrus gefühlt haben? Die ganze Nacht hat er gefischt und kein einziger Fisch ist ins Netz gegangen. Alles umsonst! Viele Stunden gearbeitet und vergebliche Mühe! Die ganze Zeit, die ganze Anstrengung, umsonst! Er ist müde und kaputt. Jetzt müssen wir noch die Netze reinigen, denn da hat sich alles Mögliche verfangen, nur leider kein Fisch. Frust, Enttäuschung und Niedergeschlagenheit sind angesagt.

Bei wem gibt es das nicht? In jedem Leben gibt es das Auf und Ab. In jedem Menschenleben gibt es Phasen des Glücks und Zeiten des Tiefs, wo ich ganz down bin, danieder bin, am Boden bin, deprimiert bin. Wie gehe ich damit um? Wie verhalte ich mich, wenn es mir schlecht geht, wenn ich traurig bin, wenn ich einen Misserfolg habe? Kann ich es annehmen, als von Gott zugelassen?

Bei Petrus kommt nun etwas dazu, das er nicht vergessen wird. Jesus verlangt von ihm, dass er am hellen Tag nochmals hinausfährt und die Netze auswerfen soll. Petrus tut es. Aber er ist nicht überzeugt, dass er etwas fangen wird. Sein Vertrauen war noch viel zu klein. Das zeigt seine Reaktion: Geh weg von mir, ich bin ein sündiger Mensch. Jesus hat wahrscheinlich auch an der Reaktion gespürt, dass Petrus ihm nicht ganz vertraute. Er gemerkt, dass er zweifelte, dass er sehr skeptisch war. Vielleicht war dies eben schon in seiner Antwort hörbar. Vielleicht war die Antwort des Petrus etwas so: „Na gut, fahren wir halt nochmals raus. Wenn du es sagst, werde ich es tun.“ Gedacht hat er sich aber: „Du wirst schon sehen, dass wir nichts fangen.“ Große Begeisterung war auf alle Fälle nicht da bei Petrus und darum die Antwort. Geh, weg von mir, ich bin ein Sünder. Ich habe dir nicht geglaubt. Ich hatte kein oder zu wenig Vertrauen zu dir. Die vielen gefangenen Fische sind ein Wunder. Diese vollen Netze sind für einen erfahrenen Fischer wie mich nicht natürlich erklärbar. Der Glaube, dass zu dieser Tageszeit so viele Fische gefangen werden können und, dass alles in der Macht Jesu ist und damit in der Hand Gottes ist, war kaum da.

Haben wir dieses große Gottvertrauen? Wenn ich mir vorstelle, alles ist von Gott gewollt, zumindest zugelassen, wird man viel ruhiger und ist nicht gleich so aufgebracht. Wer an diese Vorsehung Gottes glaubt, wird gelassener durch das Leben gehen.

Jeder von uns hat Probleme. Nimm es an von Gott! Das einzige, was Gott nicht will, das ist die Sünde. Die Sünde wollen wir meiden. Die Sünde als Beleidigung Gottes zu fliehen, das ist der Wille Gottes, den wir tun sollen und der Weg zu Gott, auf den wir gehen sollen.

Am Ende dieses Evangeliumstextes wird Petrus zum Menschenfischer berufen. Nachdem er seine Sünde bekannt hat, wird er zu etwas Großem auserwählt. Jesus vertraut ihm nun, dass er seine Botschaft verkündet und dass er andere Menschen noch für ihn begeistert. Zu jedem von euch möchte ich das sagen: Werdet Menschenfischer! Mit Menschenfischer meint er nicht nur die Priester, sondern alle sollen wir von unserem Glauben begeistert sein, anderen davon erzählen und andere mitreißen. Besonders in der heutigen Zeit hat jeder diese Aufgabe, denn wir sind wenige geworden. Seid mutig und bekennt euch zu eurem Glauben! Wie viele sind feig und schweigen, wenn sie sich zur Sonntagsmesse bekennen sollten, weil man dann verspottet wird.

Wenige sind es, die fischen und die Netze sind leer, aber wir werden volle Netze haben, wenn wir eines beachten.

Die Voraussetzung ist, dass jeder von uns vorher auch bekennt, dass wir Sünder sind und zu wenig Gottvertrauen haben. „Geh weg von mir.“ Nach diesem Bekenntnis hat Gott ihn berufen und Petrus ließ alles liegen und folgte ihm nach.

Lernen wir von diesem Evangelium, dass Gott Großes wirken kann, auch wenn es nicht danach ausschaut. Das Netz war voll am helllichten Tag. Bauen wir nicht auf unser Bemühen, auf unsere Gescheitheit und auf unsere Fähigkeiten, sondern vertrauen wir ganz auf das Wort des Herrn und gehorchen wir ihm. Denn alles ist Gnade und Gott schenkt sie im Überfluss all jenen, die die sich ihm ganz hingeben und im vollkommen vertrauen. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email