3. Ostersonntag
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Heute möchte ich über die Lesung ein paar Worte sagen. Ich lese ihnen den entscheidenden Satz noch mal vor: „Sie riefen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet wurde, Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre, Herrlichkeit und Lob.“ Leider hörten wir nicht den Abschnitt vorher, denn hier steht, wofür es würdig ist. Das Lamm ist würdig, das Buch mit den sieben Siegeln zu öffnen.

Das Lamm oder das Schaf kommt oft in der hl. Schrift vor. Der gute Hirt geht dem verlorenen Schaf nach. Jesus sagt zu Petrus. Weide meine Schafe. Johannes der Täufer hat am Jordan bereits Jesus mit einem Lamm verglichen, als er sagte: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinweg nimmt.“ Es ist sicherlich auffallend, dass die Kirche für den auferstandenen Herrn das Bild vom wahren Osterlamm verwendet und nicht ein anderes. Es gibt zum Beispiel auch das apokalyptische Bild des siegenden Löwen aus dem Stamm Juda! Aber nein, nicht dieses mächtige Bild vom kräftigen Löwen hat sich durchgesetzt. Vielleicht auch deswegen, weil das an einer anderen Stelle vom Teufel verwendet wird. Im 1. Petrusbrief heißt es: „Seid nüchtern und wachsam. Euer Widersacher, der Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.“

Die Kirche hat viel lieber dieses Bild vom zierlichen, unschuldigen, wehrlosen Lamm. In der Offenbarung des Johannes kommt oft dieses Bild vor. Das Lamm, das dastand wie geschlachtet, ist würdig das Buch mit den sieben Siegeln zu öffnen, denn es hat uns durch sein Blut losgekauft. Unsere Gewänder wurden gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht.

Jesus ist dieses Lamm, das am Kreuz sein Blut vergossen hat und über uns kam. Es erinnert uns an das Paschalamm. 1400 Jahre vor Christus, in der Nacht vor dem Auszug der Israeliten aus Ägypten, tötete der Todesengel jede Erstgeburt. Verschont blieben die, deren Türen mit dem Blut vom Lamm bestrichen waren. Es musste ein einjähriges, fehlerloses Lamm sein. Auch Jesus ist so ein fehlerloses, unschuldiges Lamm ohne Sünden. Weiters heißt es, dass an diesem Lamm kein Gebein zerbrochen werden durfte. Auch bei Jesus wurde deswegen kein Gebein zerbrochen: nur bei den anderen beiden Verbrechern. Er wurde durchbohrt. Mit der Lanze wurde seine Seite geöffnet, damit sein Blut über uns kommt. „Mit dem Blut Christi aber, das dafür aus der Seite Jesu floss, wurde unsere Seele benetzt, damit der ewige Tod an uns vorübergehe.“ Wir sind durch sein kostbares Blut rein gewaschen von der Sünde.

Das Blut Christi bewirkt unsere Rettung vom ewigen Tod und führt uns, wie einst die Israeliten, aus dem Land der Knechtschaft hinüber in das „gelobte Land“, in dem Milch und Honig fließen, so heißt es im AT. Das bedeutet für uns der Himmel, in dem der Auferstandene selbst unsere Speise sein wird.

Auch beim Propheten Jesaja finden wir das Lamm. Er schreibt lange Zeit vor Christi Geburt. „Wie ein Schaf sich zur Schlachtbank führen lässt und wie ein Lamm vor dem Scherer keinen Laut von sich gibt, so tut er seinen Mund nicht auf!“

Diese Stelle las der Kämmerer aus Äthiopien laut vor sich auf dem Wagen, als Philippus kam. Er fragte ihn: „Von wem sagt dies der Prophet?“ Und Philippus konnte es ihm erklären. Er spricht von Jesus, der für uns litt und schweigend sein Kreuz auf sich nahm. Aber dafür hat er uns von den Sünden erlöst und wir werden durch die Taufe von den Sünden rein gewaschen. Auf das hin äußerte der Kämmerer den Wunsch getauft zu werden. Philippus spendete ihm das Sakrament und er wurde dadurch, wenn wir wieder beim Bild des Lammes bleiben, rein gewaschen durch das Blut des Lammes.

Christus ist das wahre Osterlamm, das geschlachtet wurde und durch dessen Blutvergießen sind wir erlöst. In dieser Freude, die uns zu Ostern zuteil wurde, wollen wir weiterhin bleiben. Der Grund für diese Freude ist, weil die Kirche uns den Sieg Jesu Christi über den Tod und die Sünde verkündet hat. Amen.

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