Osternacht
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Die Christen in aller Welt, besonders unsere orthodoxen Mitchristen begrüßen sich heute mit dem Ruf „Christus ist auferstanden!“ und die Antwort lautet: „Ja, er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja!“ Können wir das vielleicht auch probieren. Dass sie, wenn ich jetzt sage: Christus ist auferstanden!“ kräftig antworten. Ja, er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja.

Christus ist auferstanden! …

Glauben sie das? Ein toter Mensch, ein gekreuzigter Mensch, einer, der sein Leben ausgehaucht hat, der hat den Tod besiegt und wird wieder lebendig. Der Tod ist tot.

Kann sich das jemand, ein Mensch, ausgedacht haben? Die Berichte im Evangelium sind so schön, kurz und bündig, aber sie nehmen den Ungläubigen alle Argumente.

Der Leichnam wurde nicht gestohlen, denn die Soldaten habe Wache gestanden. Es wurde ihnen nur befohlen, sie sollen diese Lüge in die Welt setzen.

Es war kein Geist, der ihnen erschienen ist. Sie haben sich das nicht eingebildet. Jesus selbst möchte ihnen diese Angst nehmen: Fasst mich an! Kein Geist hat Fleisch und Blut.

Thomas, der Zweifler, wollte erst glauben, wenn er ihn anfasst, an seinen Wunden berührt, usw.

Sie kennen alle diese schönen Evangelien.

Aber schauen wir nochmals auf das soeben gehörte Evangelium.

Der Stein ist weg!

Steine sind Symbole für Lebloses, Totes und Schweres. Mit ihnen verschließt man Gräber. Der Stein des Ostermorgens aber zeigt das Gegenteil. Er wurde wegbewegt. Er wurde entfernt. Mit dem Stein, der vom Grab weggerollt wurde, wurde der Stein weggerollt, der den Himmel verschlossen hat. Wir können hindurchgehen und finden keinen toten Leichnam mehr, sondern die frohe Botschaft, die lautet: Christus ist auferstanden! Er lebt! So werden wir in der Ewigkeit den auferstandenen Herrn wiedersehen.

Er selbst ist zwar zum Stein geworden: zum Eckstein, der von den Bauleuten verworfen ist. Und er hat auf einen Stein, auf einen Felsen, seine Kirche gebaut. Diese Felsen sind unverrückbar auf dieser Erde. An diesen Felsen kann man sich anhalten, festhalten, doch der Stein vor dem Grab, ist ein Stein, der verschließt. Diesen Stein hat Jesus selbst verrückt und weggeschoben. Es war der Stein, der seit der Ursünde den Himmel versperrt hat. Gott wollte, dass dieser verschlossene Durchgang wieder geöffnet wird. Der Stein ist weg!

Lasst uns daher jubeln und froh sein.

Das Kreuz ist vorbei. Wir haben hoffentlich alle unsere Sünden durch eine gute Osterbeichte hinter uns gelassen. D.h., alles ist gut. Die Sünden sind wirklich ausgelöscht. Das braucht uns also nicht mehr bedrücken. Die Kirche gibt es deshalb, damit wir von unseren Sünden loskommen. Die Kirche ist nicht eine Kirche von Heiligen, sondern sie ist eine Kirche von Sündern und wir dürfen so dankbar sein, dass Christus die Kirche für uns gestiftet hat. Jede Beichte ist Auferstehung. Wir werden durch die Vertreter der Kirche, die Priester, losgesprochen und der Stein, der auch vor unserem Herzen oft ist, ist weg. Sünden sind doch oft wie Steine in unserem Herzen. Wie oft sagen wir, jetzt ist uns ein Stein vom Herzen gefallen, wenn wir erleichtert sind. Und die größte Erleichterung ist, wenn unsere Beziehung zu Gott wieder in Ordnung ist.

Darum hat Jesus am Ostersonntag die Jünger angehaucht und gesagt: „Wem ihr die Sünden nachlässt, dem sind sie nachgelassen.“ Es ist das Ostergeschenk Jesu an uns.

Vielleicht wundern sie sich, wenn ich jetzt wieder von der Sünde predige. Aber gerade das ist doch die Frohbotschaft. Der Auferstandene schenkt den Aposteln diese Vollmacht. Er schenkt den Heiligen Geist, um Sünden wegzunehmen.

Auferstehung bedeutet also: Der Stein ist weg. Das Schwere ist weg. Es ist alles leicht geworden durch diese Tat Jesu Christi.

Diese Osterfreude hört man auf der ganzen Welt und niemand kann diese Stimme zum Schweigen bringen. Und auch wir wollen dieses Glaubensgeheimnis hinaustragen in unsere Umwelt, in unseren Alltag und alle sollen es spüren, dass wir erlöste Menschen sind. Alle sollen merken, dass Erlösung auch uns getroffen hat, erwischt hat und keiner darf heute ein trauriges Gesicht machen, denn dazu gibt es keinen Grund.

Denn: Christus ist auferstanden! Ja, er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja! Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email